EWE startet Wasserstoff-Projekt in Brandenburg

17. Dezember 2020, Oldenburg

Der norddeutsche Energieversorger EWE plant im deutschen Bundesland Brandenburg die Speicherung von reinem Wasserstoff. In 1.000 Meter Tiefe entstehe ab Beginn 2021 ein Kavernenspeicher – ein künstlich angelegter Hohlraum – im Salzgestein, teilte EWE-Chef Stefan Dohler am Donnerstag mit. EWE kooperiere bei dem Projekt mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR. Investiert werden rund 10 Millionen Euro.

Vier Millionen Euro stammten vom Unternehmen, der Rest seien Fördermittel des deutschen Verkehrsministeriums aus dem Nationalen Investitionsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie.

Wasserstoff wird durch erneuerbare Energien aus Wasser gewonnen, kann gespeichert und transportiert werden. Das Gas gilt als wichtiger Baustein für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft.

Nach den Angaben will das Unternehmen damit eine Vorreiterrolle in Europa zur sicheren Speicherung von Wasserstoff einnehmen. Die Testkaverne, die mit 500 Kubikmeter etwa das Volumen eines Einfamilienhauses habe, solle in 18 Monaten entstehen. Im zweiten Halbjahr 2022 werde dann erkundet, welchen Reinheitsgrad der entnommene Wasserstoff habe. Ziel sei es, künftig Kavernen von 500.000 Kubikmeter Größe zu nutzen, in denen der Eiffelturm Platz hätte, teilte das Unternehmen mit.

In Rüdersdorf speichert EWE seit 2007 Erdgas. Das Unternehmen beliefert im Nordwesten Deutschlands, in Brandenburg, auf Rügen und in Teilen Polens rund 1,4 Millionen Kunden mit Strom und jeweils rund 700.000 mit Erdgas und Telekommunikationsleistungen.

APA/dpa-AFX

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