Betreiber von Energienetzen auf Krisen vorbereitet

3. Feber 2022, Wien
Stromnetze sind Teil der kritischen Infrastruktur
 - St

Die Versorgungssicherheit ist im Zuge der Coronakrise in den Fokus gerückt. Energie-Netzbetreiber seien ein Teil der kritischen Infrastruktur und müssten auch in Krisenzeiten voll funktionsfähig bleiben, so Netz-Burgenland-Geschäftsführer Florian Pilz bei einer Veranstaltung des Forum Versorgungssicherheit. Die Unternehmen haben sich schon vor Corona mit dem Thema Krisen auseinandergesetzt und konnten die Vorbereitungen in der Pandemie anwenden und nutzen.

Die Netz Burgenland habe unter anderem ein zentrales Krisenmanagement aufgestellt, es werde regelmäßig geschult und geübt, so Pilz. Früher sei bei Krisenplänen eine Pandemie nicht an oberster Stelle gestanden, sondern andere Themen, etwa ein Atomunfall. Entsprechende Vorbereitungen habe man dann problemlos für die Pandemie verwenden können.

Für Verteilnetzbetreiber habe die Versorgungssicherheit oberste Priorität. Es müsse sichergestellt sein, dass jeder, der den Lichtschalter bedient, Licht hat, dass es zu Hause warm ist und der Bedarf an Primärenergie jederzeit gedeckt werden kann. Eine Besonderheit bei den Stromnetzen sei die Notwendigkeit eines laufenden reibungslosen Zusammenarbeitens von Erzeugern, Netzbetreibern und Kunden. Die Speicherung von elektrischer Energie sei relativ schwierig, daher müsse jederzeit gewährleistet sein, dass der gesamte Bedarf erzeugt und über die Leitungen übertragen wird.

Bedrohungen für eine sichere Versorgung sind unter anderem Naturgewalten und Fremdeinwirkungen wie „Baum, Blitz, Bagger“, die für die meisten Störungen verantwortlich sind. Diese sind zumeist räumlich begrenzt und relativ rasch behebbar. Neue und immer größer werdende Themen seien für Netzbetreiber mit dem Fortschreiten der intelligenten Netze („Smart Grids“) Cyberattacken und Sabotage. Auch damit setze sich die Branche auseinander, und auch Datenschutz und -sicherheit stünden ganz oben. Eine neue Bedrohung seien zudem Pandemien. Wichtig sei das Zusammenspiel des ganzen Systems, das Stromnetz sei europaweit verbunden. Die Folgen eines Stromausfalls sind weitreichend: Von elektrisch betriebenen Pumpen bei Heizsystemen über die Kommunikation – „da hilft es auch nichts, wenn das Handy aufgeladen ist, der Sendemast des Mobilfunkbetreibers hat nur eine sehr kurze Zeit, wo er ohne Stromversorgung arbeiten kann“, bis hin zu Schiebetüren bei Geschäften.

Auch im Zuge der Energiewende kämen große Herausforderungen auf die Netzbetreiber zu. Wichtig sei das Vorhandensein von entsprechenden Mitteln, um sich für Krisen wappnen zu können und um das Netz entsprechend ausbauen zu können. Die Widerstandsfähigkeit der Netze gegen Krisen müsse bei allen Gesetzesmaterien berücksichtigt werden. Zusätzliche Krisen-Aufwendungen der Netzbetreiber müssten als Kosten vom Regulator anerkannt werden. Die Netztarife werden von der Regulierungsbehörde festgesetzt und sind eine der drei wesentlichen Komponenten der Energierechnung, neben Energiekosten sowie Steuern und Abgaben. Wichtig seien angesichts der großen Investitionen der Energiewende rasche Genehmigungsverläufe.

APA

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