Energie Steiermark mit verbesserter Nachhaltigkeits-Note

10. Feber 2022, Wien/Graz
Christian Purrer und Martin Graf (re

Der Energieversorger Energie Steiermark hat seine Top-Note in einem internationalen Nachhaltigkeits-Ranking noch einmal verbessert. Im „Global Real Estate Sustainability Benchmark“-Rating (GRESB) hat das Unternehmen 89 von 100 möglichen Punkten erreicht und damit die Anzahl des Vorjahres von 85 deutlich übertroffen.

Vergleichbare Unternehmen derselben Peer Group hätten durchschnittlich mit 80 Punkten abgeschlossen, der gesamte GRESB-Schnitt liege bei 72, so die Energie Steiermark. Mit Platz 106 von rund 550 habe man ein „5-Star-Rating“ erzielt und einmal mehr Fortschrittlichkeit und die Vorreiterrolle im nachhaltigen Energiesektor bewiesen. Beim Thema Leadership, dass auch Nachhaltigkeits-Zielsetzungen enthält, erreichte man 100 Prozent, bei den Agenden Biodiversität und Habitat 99 Prozent.

Die Energie Steiermark habe in den letzten Jahren wichtige Weichenstellungen Richtung Klimaneutralität vorgenommen. Der Erfolg beim aktuellen GRESB-Rating gebe dem Unternehmen bei seiner Strategie recht, betonte das Vorstandsduo Christian Purrer und Martin Graf. „Das zeigt, dass wir da international sehr gut aufgestellt sind“, so Graf. So habe man als erstes österreichisches Unternehmen – und als zweites in Europa – einen Green Loan von der Europäischen Investitionsbank (EIB) für nachhaltige Projekte erhalten, in dem Fall über 90 Mio. Euro. Die aktuelle Taxonomie-Diskussion in der EU zeige, wohin das Kapital fließe.

Für Investoren und Partner sende die Energie Steiermark mit dem GRESB-Rating ein starkes Signal in Bezug auf ESG (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung). Künftig werde es dadurch bessere Finanzierungskonditionen geben, ist Graf überzeugt. Jetzt sei das erst in kleinem Ausmaß sichtbar, der Green-Investment-Sektor wachse jedoch explosionsartig, sagte er zur APA: „In den nächsten Jahren wird es für nachhaltige Projekte einen Zinsvorteil geben. Das ist für unsere Investitionen wichtig.“

Die Energie Steiermark plant Investitionen in die Stromnetze und rohstoffunabhängige Ernergieerzeugung wie Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik. Jeder Euro an Ökostrom-Investment löse zwei Euro Wertschöpfung aus. „Wir wollen über 300 Megawatt PV errichten und über 300 MW in der Windkraft.“ Zudem will man die Wasserkraft ausbauen, ab 2026 könnte der Baustart für das Wasserkraftwerk in Leoben erfolgen. Es soll zusammen mit dem Verbund errichtet werden, 140 Mio. Euro kosten und 38 Mio. kWh im Jahr erzeugen, Strom für 11.000 Haushalte bzw. auch direkt für die voestalpine Stahl in Donawitz, bei der damit zu einer CO2-Reduktion beigetragen werden kann. Insgesamt will die Energie Steiermark in den nächsten zehn Jahren mehr als 2 Mrd. Euro investieren, über 1 Mrd. in die Erzeugung und bis zu 150 Mio. Euro pro Jahr ins Netz, so Graf.

Bei der ersten Anlage der Energie Steiermark zur Wasserstoffproduktion aus Solarstrom und Biogas in der Südsteiermark, die noch heuer fertig sein soll, werde es nicht bleiben: „Wir wollen diese Anlage nicht nur einmalig machen“, so Graf. In Gabersdorf (Bez. Leibnitz) entsteht eine Produktionsstätte für bis zu 300 Tonnen an grünem Wasserstoff pro Jahr. Für einen Teil davon gibt es schon einen Abnahmevertrag. Vorige Woche ist die Baugenehmigung für die 10-Mio.-Euro-Investition eingelangt.

APA

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