Oö. LH Stelzer für Prüfung von Bio-Fracking in Österreich

8. Juli 2022, Linz/Moskau
Stelzer setzt auf umweltfreundliche Methode
 - LINZ, APA/EXPA/REINHARD EISENBAUER

Angesichts der Energieversorgungskrise hat sich oö. Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) am Freitag für Bio-Fracking in Österreich stark gemacht. Die Abhängigkeit von russischem Gas zu beklagen und zugleich „Überlegungen zur Förderung heimischer Gasreserven zu verteufeln“ sei keine Haltung „im Sinne der hart geprüften Haushalte und Betriebe“, meinte er. Er plädiert dafür, Möglichkeiten von Bio-Fracking zu prüfen und – wo sinnvoll – zu realisieren.

Für ihn sei es „verantwortungslos in der aktuellen Lage österreichisches Gas-Potenzial weiterhin ungenutzt im Untergrund verkümmern zu lassen“, so Stelzer in einer Aussendung. Er verweist auf eine an der Montanuniversität Leoben entwickelte umweltfreundliche Fördermethode.

Die Montanuni hatte Anfang Mai dieses Verfahren vorgestellt. „Bio Enhanced Energy Recovery“ (BEER) heißt die Alternative zum herkömmlichen Fracking-Verfahren. Als Fracking-Flüssigkeit, die zur Erzeugung der Frakturen im unterirdischen Gestein und zum Transport der Stützmittel dient, wird Wasser mit Kaliumkarbonat herangezogen und mit hohem Druck in die Erde gepumpt. Zum anderen werden spezielle Stützmittel wie Keramik, Sand oder Glaskügelchen verwendet, um die neu geschaffenen Risse offen zu halten. Damit das Wasser die entsprechenden Fließeigenschaften bekommt, wird statt der kritisierten Chemikalien modifizierte Stärke eingesetzt. Für das BEER-Verfahren hat die Uni Leoben bereits vor Jahren das Patent angemeldet.

Die OMV wollte dieses Verfahren 2012 eigentlich heranziehen, um im Weinviertel nach Schiefergas zu bohren. Wegen großen Widerstands der Bevölkerung und fehlender Unterstützung durch die Politik kam es schlussendlich aber nicht dazu. Stelzer setzt nun auf diese Methode, auch im Hinblick darauf, dass „Österreich auf dem Weg zur angepeilten Klimaneutralität 2040 noch Jahre auf den Einsatz der Brücken-Technologie Gas angewiesen sein wird“. So müsse es auch noch nach Kriegsende Ziel sein, nicht mehr „einseitig von Russland abhängig“ zu sein.

APA

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