Klimawandel: Yellen betont Verantwortung von China und USA

10. Juli 2023, Peking
US-Finanzministerin Yellen zu Gast in Peking - Beijing, APA/AFP (PEDRO PARDO)

US-Finanzministerin Janet Yellen hat am Samstag in Peking die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen den USA und China in Bezug auf den Klimawandel hervorgehoben. „Als die beiden weltweit größten Verursacher von Treibhausgasen und die größten Investoren in erneuerbare Energien haben wir eine gemeinsame Verantwortung und die Fähigkeit den Weg zu weisen“, sagte Yellen vor chinesischen Regierungsvertretern und Klimaexperten.

Eine fortlaufende Zusammenarbeit bei der Finanzierung von Klimaprojekten sei von entscheidender Bedeutung, sagte die Ministerin weiter. Sie fügte hinzu, dass Pekings Unterstützung für bestehende multilaterale Klimainstitutionen wie den Grünen Klimafonds und den Klima-Investitionsfonds deren Wirkung verstärken könnte.

China ist nach Europa der größte Markt für Klimafonds, da sich die Mittel in China seit 2021 auf 46,7 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt haben, so das Marktforschungsunternehmen Morningstar. Die Weltbank hat jedoch im vergangenen Jahr festgestellt, dass China bis zu 17 Billionen Dollar an zusätzlichen Investitionen in umweltfreundliche Infrastrukturen und Technologien im Energie- und Verkehrssektor benötigt, um sein Ziel von Netto-Null-Emissionen bis 2060 zu erreichen.

Sie betonte in Bezug auf die Klimaziele auch, dass die bisherige Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern im Bereich des Klimawandels globale Durchbrüche wie das Pariser Abkommen von 2015 überhaupt erstmals ermöglicht hätten und beide Regierungen Schwellen- und Entwicklungsländer bei der Erreichung ihrer Klimaziele unterstützen könnten.

Während ihres Besuchs in Peking setzt sich die US-Finanzministerin für die Verbesserung der bilateralen Beziehungen zwischen China und den USA ein. Man müsse fair miteinander konkurrieren und eng miteinander kommunizieren, um Missverständnisse zu vermeiden, sagte Yellen am Samstag in Peking. Es sei wichtig, sowohl über Bereiche von gegenseitigem Interesse als auch über Meinungsverschiedenheiten zu sprechen.

Mehr Kommunikation könne beiden Seiten helfen, die globalen Konjunkturaussichten besser zu verstehen und bessere Entscheidungen zur Stärkung der jeweiligen Volkswirtschaft zu treffen, sagte Yellen. Sie bekräftigte, die USA würden in den Beziehungen zu China nicht nach wirtschaftlichen Vorteilen oder einer kompletten Dominanz streben. Vielmehr gehe es um einen gesunden Wettbewerb mit fairen Regeln, von dem beide Länder profitierten. Die USA würden allerdings Bedenken über bestimmte Wirtschaftspraktiken weiterhin direkt kommunizieren und gezielte Maßnahmen zum Schutz ihrer nationalen Sicherheit ergreifen.

APA/ag

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