IEA: Globale Gas-Nachfrage wächst langsamer

10. Oktober 2023, Wien/Paris
Gasbedarf wird um 1,6 Prozent pro Jahr wachsen
 - Chicago, APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert für die kommenden Jahre ein verlangsamtes Wachstum der globalen Nachfrage nach Gas. Dies geht aus dem mittelfristigen Gasmarktbericht 2023 der IEA hervor. Nach einem Jahrzehnt des beispiellosen Wachstums wird erwartet, dass der Gasverbrauch in reifen Märkten zurückgeht.

Der globale Gasbedarf wird voraussichtlich zwischen 2022 und 2026 um durchschnittlich 1,6 Prozent pro Jahr wachsen, gegenüber jährlich 2,5 Prozent im Zeitraum von 2017 bis 2021. Die IEA merkt an, dass die globale Energiekrise von 2022, ausgelöst durch Russlands Invasion in der Ukraine, eine neue Ära für die globalen Gasmärkte eingeläutet habe.

In Asien-Pazifik, Europa und Nordamerika erreichte die Gesamtnachfrage nach Gas 2021 ihren Höhepunkt und wird voraussichtlich bis 2026 jährlich um 1 Prozent sinken. Die beschleunigte Einführung erneuerbarer Energien und verbesserte Energieeffizienz sind nach Ansicht der IEA Hauptgründe für diesen rückläufigen Trend. In Europa führte der Verlust von Erdgas aus Russland zu Alternativlösungen zur Aufrechterhaltung der Energieversorgung.

Während die Nachfrage in den reifen Märkten weltweit sinkt, wird das Wachstum vor allem in den schnell wachsenden asiatischen Märkten und einigen gasreichen Volkswirtschaften des Nahen Ostens und Afrikas erwartet. China allein dürfte fast die Hälfte des gesamten Wachstums der globalen Gasnachfrage zwischen 2022 und 2026 ausmachen.

Ein Anstieg der neuen Flüssiggaskapazitäten wird ab 2025 voraussichtlich die Marktdynamik beeinflussen und die Preissensibilität dämpfen. Die globale LNG-Kapazität soll zwischen 2022 und 2026 um ein Viertel wachsen, wobei die USA ihre Position als weltweit größter LNG-Exporteur festigen dürften.

„Nach ihrer Blütezeit zwischen 2011 und 2021 sind die weltweiten Gasmärkte in eine neue und unsicherere Periode eingetreten, die wahrscheinlich durch langsameres Wachstum und höhere Volatilität gekennzeichnet sein wird“, sagte der IEA-Direktor für Energiemärkte und Sicherheit, Keisuke Sadamori.

APA

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