Neue Hochspannungsleitung zwischen Tirol und Südtirol

6. Juni 2024, Nauders/Wien/Glurns
Die Reschenpassleitung verbindet Umspannwerke Nauders und Glurns (Symbolbild)
 - Hohenhameln, APA/dpa

Eine neue Hochspannungsleitung verbindet nun Österreich mit Italien: Am Donnerstag wurde die sogenannte Reschenpassleitung zwischen Nauders in Tirol und dem Südtiroler Glurns feierlich in Betrieb genommen. Auf einer Strecke von 27 Kilometern soll die Stromversorgung im Grenzgebiet verbessert werden. 170 Mio. Euro kostete das Infrastrukturprojekt, die Austrian Power Grid (APG) nahm auf österreichischer Seite rund 90 Mio. Euro in die Hand, wie es in einer Aussendung hieß.

Mit der 220-Kilovolt-Hochspannungsleitung werde der Ausbau erneuerbarer Energien unterstützt, betonte Tirols Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (ÖVP). „Damit wir die Energiewende in Tirol, in Österreich und in Europa schaffen, braucht es neben erneuerbarer Energie aus heimischen Ressourcen vor allem zwei Dinge: Energiespeicher und leistungsfähige Stromnetze auch über die Grenzen hinweg.“ Damit werde für Netzstabilität, Versorgungssicherheit und die Unabhängigkeit von „autokratischen Systemen“ gesorgt.

Auch APG-Technikvorstand Gerhard Christiner verwies auf die Notwendigkeit des Projekts. Der Ausbau von Wind- und Sonnenenergie führe zu einem „erhöhten Stromaustausch zwischen allen Ländern in der Alpenregion“. Der Manager machte zudem darauf aufmerksam, dass das Fehlen wichtiger Stromleitungen die Netzkunden „in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich 121 Mio. Euro jährlich“ gekostet habe. „Die Umsetzung unseres 9 Mrd. Euro schweren Investitionsprogramms bis 2034 für die heimische Stromversorgung ist daher das Gebot der Stunde“, hielt er fest.

APG-Finanzvorstand Thomas Karall kündigte indes an, in den kommenden zehn Jahren in Tirol „weitere 670 Mio. Euro für die Verstärkung bestehender Leitungen und Umspannwerke sowie den Bau neuer Umspannwerke“ investieren zu wollen. Allerdings brauche es für eine „zeitgerechte Realisierung“ der Bauprojekte „dringend beschleunigte Genehmigungsverfahren sowie einen gesamtsystemischen Planungsansatz in den Bereichen Netz, Speicher, Reserven, Produktion und digitale Plattformtechnologien. Die dafür notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen – Stichwort EABG bzw. ElWG (Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz bzw. Elektrizitätswirtschaftsgesetzes, Anm.) müssen endlich auf den Weg gebracht werden.“

APA

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