In Wardenburg im Nordwesten Niedersachsens in Deutschland hat am Dienstagmittag die Erde gebebt – vermutlich aufgrund von Erdgasförderung. Es handelte sich um das bisher stärkste gemessene Beben in der Region zwischen Oldenburg und Cloppenburg, wie das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) am Mittwoch mitteilte. Der niedersächsische Erdbebendienst registrierte um 13.33 Uhr eine Lokalmagnitude von 3,2. Magnitude bezeichnet die Stärke eines Erdbebens.
Das Epizentrum liegt im Bereich von zwei Erdgasfeldern. Laut einem Behördensprecher dürfte es im Umkreis von 15 Kilometern spürbar gewesen sein. Beim LBEG meldeten sich bereits betroffene Bürger und meldeten leichte Sachschäden. Die Behörde bittet alle Anrainer, die das Erdbeben verspürt haben, einen Fragebogen auszufüllen. Die Angaben würden für eine unabhängige Bestimmung des Epizentrums und zur Abschätzung der Auswirkungen des Ereignisses genutzt, hieß es.
Derzeit gehen die Experten davon aus, dass das Erdbeben durch die Erdgasförderung ausgelöst wurde. Bei Hengstlage wird seit den 1960er Jahren Erdgas gefördert. Ansprechpartner für entstandene Schäden ist laut dem LBEG-Sprecher das Förderunternehmen ExxonMobil.
Gasförderung führt zu Spannungen im Untergrund
Die Förderung von Erdgas führe zu Spannungen im tiefen Untergrund, teilte das Landesamt weiter mit. Wenn diese Spannungen impulsartig abgebaut würden, könne es zu spürbaren Erschütterungen an der Oberfläche kommen. Die genaue Ursache werde zurzeit durch detaillierte Untersuchungen analysiert.
Das letzte Beben in der Region ist nicht lange her: Vor rund einem Jahr hatte ein Erdbeben bei Syke im Landkreis Diepholz leichtere Schäden an Gebäuden verursacht. Bei dem Beben am 25. März 2024 wurde sogar eine Lokalmagnitude von 3,6 erreicht. Das bisher stärkste Beben in Niedersachsen wurde 2004 in Rotenburg/Wümme mit einer Magnitude von 4,5 gemessen. Dem Sprecher zufolge ist ein Beben ab 1,9 bis 2,0 für den Menschen wahrnehmbar.
APA/dpa