Börsen-Gaspreis stieg in einer Woche um 25 Prozent

19. Jänner 2026, Amsterdam

Es ist der stärkste Anstieg seit Oktober 2023. Die kalte Witterung und die Lage im Iran sorgen für Druck.

Der Preis für europäisches Erdgas ist wegen einer ungewöhnlich kalten Witterung in Teilen Europas weiter gestiegen und erreichte den höchsten Stand seit fast einem halben Jahr. Im Verlauf der Handelswoche verteuerte sich das Erdgas um etwa 25 Prozent. Der Preissprung im Verlauf der Handelswoche war der stärkste Anstieg seit Oktober 2023. An der Börse in Amsterdam wurde der richtungsweisende Terminkontrakt TTF für europäisches Erdgas zur Auslieferung in einem Monat am Freitag bei 35,10 Euro je Megawattstunde (MWh) gehandelt.


Niedrige Reserven


Am Markt wurde auf die Entwicklung der Füllstände in den Gasspeichern verwiesen. Die europäischen Reserven liegen derzeit mit 52 Prozent deutlich unter dem saisonüblichen Durchschnitt von 67 Prozent. Weiter heißt es, dass die für Ende des Monats erwarteten tiefen Temperaturen das Risiko bergen, die Phase intensiver Entnahme von Gas aus den Speichern über das übliche Maß hinaus zu verlängern. Zuletzt hatte sich auch die angespannte Lage im Iran auf die Preise ausgewirkt, der ein wichtiger Gaslieferant für die Türkei ist. Unter anderem verstärkten jüngste Drohungen der US-Regierung gegen Länder, die mit dem Iran Geschäfte machen, die Angebotssorgen. Um Druck auf die Führung in Teheran auszuüben, drohten die USA neue Strafzölle von 25 Prozent für iranische Handelspartner an. Sollten Lieferungen aus dem Iran ausfallen, könnte das Land mit europäischen Staaten um Gaslieferungen konkurrieren, was die Preise treiben würde.

Die Presse