Mikl-Leitner fordert billigeren Strom
ÖVP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hat in den vergangenen Monaten immer wieder Gespräche mit der Wirtschaft gesucht.
So gab es Runden mit Vertretern aus dem Rüstungsbereich, dem Wohnbau und der Bankenbranche. Am Mittwoch traf sie sich mit den Sozialpartnern in der Tischlerei Krumböck, um über „Wirtschaft und Arbeit“ zu diskutieren.
Dass es der Wirtschaft nicht gut geht, ist bekannt. Unternehmer stöhnen unter den hohen Energiepreisen und der Bürokratie. Gerade auch deshalb erneuerte Mikl-Leitner ihre Forderung nach niedrigeren Stromkosten. Diese seien ein zentraler Standortfaktor, sowohl für Betriebe als auch für Haushalte. Der rechtliche Rahmen dafür sei nun auf Bundesebene geschaffen worden, betonte sie.
„Botschaft wird gehört“
Ob die EVN, die mit 51 Prozent mehrheitlich dem Land Niederösterreich gehört, auch ihre Preise senken werde, beantwortete Mikl-Leitner so: „Sie können davon ausgehen, dass meine Botschaft gehört wird.“ Vor einigen Tage hatte auch ihr Vize Stephan Pernkopf (ÖVP) diese Forderung gestellt.
An dem Dialog beteiligten sich neben dem Land unter anderem die Wirtschaftskammer (WKNÖ), die Arbeiterkammer (AKNÖ) und die Industriellenvereinigung (IV) sowie das Arbeitsmarktservice (AMS).
Gemeinsam wurden rund 80 Maßnahmen diskutiert und weiterentwickelt, die Betriebe und Beschäftigte unterstützen sollen. Diese sind nun gebündelt online abrufbar und sollen Förderungen, Programme und Anlaufstellen übersichtlich zugänglich machen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auch auf digitalen Angeboten für Handwerksbetriebe.
Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) unterstrich die Rolle des Handwerks als Pfeiler der Wirtschaft. Trotz globalem Wettbewerb und Digitalisierung bleibe es ein unverzichtbarer Motor für Beschäftigung und Ausbildung. WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker wies auf die Bedeutung von Stabilität und Planbarkeit in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten hin. Viele Handwerksbetriebe seien regional verwurzelt und gleichzeitig offen für Innovation. Um ihre Zukunft zu sichern, brauche es weniger Bürokratie und gezielte Unterstützung bei Aus- und Weiterbildung sowie bei der Fachkräftesicherung.
AKNÖ-Präsident Markus Wieser hob Programme wie Bildungsberatung oder Initiativen für Jugendliche in den Vordergrund und betonte, dass persönliche Fähigkeiten mit den richtigen Ausbildungswegen zusammenfinden müssten.
Die Verbindung zwischen Industrie und Handwerk sei gerade in der Lehrlingsausbildung wichtig, so Barbara Ascher von der IV.
Johannes Weichhart
Kurier




