44 Prozent der Energie in Oberösterreich erneuerbar

23. Jänner 2026, Linz

Einer der Spitzenreiter unter den Bundesländern

44 Prozent des gesamten Energieverbrauchs Oberösterreichs wurden 2024 aus erneuerbaren Energien abgedeckt, beim Stromverbrauch sind es sogar 91 Prozent. „Das ist ein Rekord, wir sind damit Spitzenreiter unter den Bundesländern“, sagte Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (VP) gestern bei einer Pressekonferenz mit Gerhard Dell, Geschäftsführer des Energiesparverbandes Oberösterreich.
Damit mache erneuerbare Energie auch klar Platz eins bei den Energieträgern aus, gefolgt von Öl (28,5 Prozent, inklusive Verkehr, Benzin und Diesel), Gas (18 Prozent, vor allem für die Industrie) und Kohle (9,4 Prozent, insbesondere für die Stahlproduktion der voestalpine). Die Stromerzeugung erfolgt laut Dell zu 91 Prozent aus erneuerbaren Quellen wie Biomasse oder Photovoltaik. Beim Heizen sind es mittlerweile 71 Prozent. Dell: „Die Entwicklung ist eindeutig: weg von fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren.“


15.000 neue PV-Anlagen


Oberösterreich liege hier auch im Vergleich der Bundesländer mit Niederösterreich insgesamt an der Spitze, bei einzelnen Bereichen wie etwa Wasserkraft (10.442 GWh), Solar-Zubau (81.403 m²) oder PV-Zubau (220 MW) sowie Energiegemeinschaften (gesamt 1987) ganz vorne. Die Energiegemeinschaften haben hierzulande bereits 36.000 Mitglieder. Niederösterreich profitiere hingegen von mehr Windenergie. „In Oberösterreich wurden im Vorjahr 15.000 neue PV-Anlagen errichtet“, sagte Achleitner, 89 Prozent davon mit Speicher.


Damit hat Oberösterreich laut Daten des Energiesparverbandes mehr als 2300 Megawatt Photovoltaik installiert. Von 2020 auf 2024 sei die erneuerbare Stromerzeugung um 19 Prozent gestiegen, so Achleitner. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien wurde in Oberösterreich mehr Strom erzeugt als verbraucht. Achleitner: „Oberösterreich ist damit zu einem Stromexportland geworden und hat bilanziell 842 GWh Strom exportiert. Gleichzeitig sei es gelungen, den Energieverbrauch und das Wirtschaftswachstum zu entkoppeln, „auch die Treibhausgas-Emissionen sind um 18 Prozent gesunken“, sagte Dell, österreichweit sind es drei Prozent. In Oberösterreich heizen noch 90.000 Haushalte mit Gas und 60.000 mit Öl – durch eine Heizkesseltauschförderung (mit dem Bund) von bis zu 11.400 Euro wolle man diese zum Umstieg auf Biomasse, Fernwärme oder Wärmepumpe bewegen.


40 Millionen Euro an Förderung


2026 stehen im Energiebereich insgesamt 40,6 Millionen Euro an Förderungen zur Verfügung, 90 Prozent davon für den Ausbau von erneuerbaren Energien. Auch die Gemeinden seien gefordert: besonders bei der Straßenbeleuchtung, die für bis zu 45 Prozent der gesamten Stromkosten einer durchschnittlichen Gemeinde verantwortlich ist. Das Land hat bereits 198 Gemeinden beim Umstieg auf LED-Lampen unterstützt, 48 Millionen Euro wurden investiert.

(ct)

Oberösterreichische Nachrichten