Bioenergie bleibt steirischer Fokus

23. Jänner 2026, Graz

In Graz läuft die mitteleuropäische Bioenergiekonferenz. Vertreter plädieren für stärkere Holznutzung.


Die Steiermark ist das waldreichste Bundesland Österreichs. Schon jetzt wird knapp die Hälfte aller erneuerbaren Energieerzeugnisse in der grünen Mark aus Biomasse gewonnen. Ein kleiner Schritt. Denn: Österreichweit speisen sich noch immer 65 Prozent der verbrauchten Energie aus fossilen Trägern, die meisten importiert, die wenigsten davon aus demokratischen Staaten. Bei der mitteleuropäischen Biomassekonferenz, die vom 21. Jänner bis 23. Jänner in Graz stattfindet, zieht man daher folgenden Schluss: „Energiepolitik ist Standortpolitik und letztlich auch Sicherheitspolitik“, sagt Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie. Nur wer sich energiepolitisch auf eigene Beine stellt, lebt in der aktuell turbulenten Weltlage sicher.


Bioenergie geht Hand in Hand mit der Holzwirtschaft. 70.000 Arbeitsplätze in der Steiermark hängen an der Holzwirtschaft. Zur Wahrheit gehört auch: Der Wald ist ohnehin schon belastet. Vermehrte Schadereignisse (Borkenkäferbefälle, Windwurf) aber auch die verstärkte Holznutzung haben dazu geführt, dass die CO₂-Speicherkapazität des heimischen Waldes an ihre Grenzen gelangt ist. Ist der Fokus auf Biomasse also ein Eigentor? Die Verantwortlichen sagen: Nein. Es gehe nicht darum, ob der Wald genutzt werde, sondern wie er genutzt werde.
Christian Metschina, stellvertretender Vorsitzender des österreichischen Biomasse-Verbands, sagt: „Es geht um eine assistierte Waldnutzung, nur diese ist effizient.“ Ähnlich sieht es Agrarlandesrätin Simone Schmiedbauer: „Wir können den Wald nicht verwachsen lassen, das würde die Speicherungskapazität auch nicht fördern.“ Die Förderung von Mischwäldern und Bodenschutz wäre demnach Teil der Strategie, um den Wald zu entlasten und ihn nachhaltig für die Biomasseproduktion zu nutzen.


Tobias Kurakin

Kleine Zeitung