Weitere Energiekonzerne senken den Strompreis

26. Jänner 2026, Graz

Energie Graz will sich an geplanter Senkung der Energie Steiermark orientieren.


Die jüngsten Entwicklungen sorgen derzeit in vielen Teilen der heimischen Strombranche für erhöhten Puls. Vor Kurzem hat die börsennotierte Verbund AG für März eine Tarifsenkung für Bestands- und für Neukunden angekündigt – unter dem unüberhörbaren Applaus der Bundesregierung. Der Preis für den neuen Fixtarif soll ab 1. März unter 10 Cent pro kWh liegen, statt 15,6 Cent je kWh bisher.Sollten es die immer wieder genannten 9,5 Cent netto werden, wären das 11,4 Cent brutto, bei 10 Cent netto sind es 12 Cent brutto. Die knapp 450.000 Bestandskunden sollen im Februar über das Angebot informiert werden.


Bei zahlreichen Energieversorgern laufen nun auch die Rechenmaschinen. Soll man darauf reagieren? Muss man darauf reagieren? Droht sonst womöglich ein Exodus von Kundinnen und Kunden? Berechtigte Fragen. Die Energie Steiermark hat – nach einer Senkung im Oktober – Ende der Vorwoche eine neuerliche, noch nicht näher bezifferte, Fixtarif-Senkung für Bestands- und Neukunden im ersten Halbjahr in Aussicht gestellt. Zeitpunkt und Ausmaß sind, wie berichtet, vorerst noch offen. Seit der Senkung im Oktober um 25 Prozent liegt der Tarif bei 16,41 Cent brutto, zumindest für all jene, die das neue Vertragsangebot angenommen haben. Die nun avisierte Senkung würde auch für diese Haushalte gelten, so sie das neue Angebot annehmen.


Bei der 49-prozentigen Tochter Energie Graz wird man sich am Vorgehen der Energie Steiermark orientieren und sich „im Laufe des ersten Halbjahres ähnlich verhalten“, zumal man ja auch im Einkauf kooperiere, wird der Kleinen Zeitung bestätigt. Man verweist aber auch darauf, dass der Neukundentarif schon mit Februar auf Bestandskunden-Niveau sinkt.
Der Druckwird jedenfalls nicht geringer. So hat nun auch die niederösterreichische EVN eine Strompreissenkung für Bestands- und Neukundenmit 1. April fixiert. Der Tarif soll durchschnittlich bei zehn Cent netto, also zwölf Cent brutto,. liegen. Zudem soll es einen Rabatt „für das Sonnenfenster in den Sommermonaten von 10.00-16.00 Uhr“ geben, wie betont wird.


Eine Stromrechnung setzt sich aus drei Teilen zusammen: dem Energiepreis (im Schnitt knapp 40 Prozent Anteil an der Gesamtrechnung), den Netzentgelten, die im Schnitt ein gutes Drittel der Gesamtrechnung ausmachen, sowie Steuern und Abgaben (rund 25,8 Prozent). Seinen Energielieferanten kann man wechseln, seinen Netzbetreiber nicht. Einen Überblick über die jeweils günstigsten Tarife bietet der Tarifkalkulator der Regulierungsbehörde E-Control unter e-control.at/tk


Manfred Neuper

Kleine Zeitung