Deutschland plant Wasserstoff-Import aus Saudi-Arabien

2. Feber 2026, Riad/Berlin/Rostock
Wasserstoff soll von Saudi-Arabien zum Hafen Rostock kommen
 - Rostock, APA/dpa

Die deutschen Energieunternehmen EnBW und VNG wollen gemeinsam mit dem saudischen Konzern Acwa und dem Hafen Rostock eine Lieferkette für grünen Wasserstoff nach Deutschland aufbauen. Dazu unterzeichneten die Partner am Sonntag in Riad eine Absichtserklärung, wie die Unternehmen mitteilten. Das Vorhaben gilt als wichtiger Baustein für die Dekarbonisierung der deutschen Industrie.

Die Unterschrift erfolgte am ersten Tag einer Reise der deutschen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nach Saudi-Arabien. Die Anwesenheit des saudischen Energieministers Prinz Abdulaziz bin Salman unterstrich die politische Bedeutung der Abmachung.

Ins Kernnetz

Konkret soll in Saudi-Arabien grüner Ammoniak produziert und nach Rostock verschifft werden. Dort plant VNG den Bau eines sogenannten Ammoniak-Crackers, um die Verbindung wieder in grünen Wasserstoff umzuwandeln. Dieser soll dann in das geplante deutsche Wasserstoff-Kernnetz eingespeist werden. EnBW soll als Abnehmer des Ammoniaks fungieren und die Lieferung nach Rostock steuern. Acwa leitet die Entwicklung der Produktionsanlage in Yanbu, deren kommerzieller Betrieb für 2030 geplant ist.

„Diese Absichtserklärung ist ein entscheidender Schritt, um einen verlässlichen Exportkorridor für grünen Ammoniak von Saudi-Arabien nach Deutschland zu schaffen“, sagte Acwa-Chef Marco Arcelli nach Angaben der Unternehmen. EnBW-Chef Georg Stamatelopoulos erklärte, internationale Partnerschaften seien essenziell, um die Transformation des Energiesystems voranzubringen. Das Projekt sei ein „wichtiger Meilenstein“ für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Deutschland.

APA/Reuters