Windpark in Oberösterreich dürfte kleiner ausfallen

21. Jänner 2026, Linz
Windparkt in Kobernaußerwald könnte statt 18 nur 9 Windräder bekommen
 - Warza, APA/dpa

Das Windkraftprojekt der Energie AG Oberösterreich im Kobernaußerwald könnte statt 18 nur 9 Windräder umfassen. Wie „Mein Bezirk“ am Mittwoch online berichtete, werde der Landesversorger die Hälfte der Anlagen aus der UVP streichen. Grund ist, dass durch die dort geplante Windkraft-Beschleunigungszone ein Tieffluggebiet des Bundesheeres verläuft. Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) bestätigte die Projektverkleinerung, die Energie AG verwies hingegen auf laufende Gespräche.

Zu den sechs bestehenden Anlagen wollte die Energie AG ursprünglich 18 neue dazu bauen. Insgesamt hätte der Windpark dann eine Leistung von 130 Megawatt gehabt. Das Areal liegt in einer geplanten Beschleunigungszone, das Projekt schien auf Schiene. Im vergangenen Herbst wurde allerdings öffentlich bekannt, dass eine Tiefflugzone des Bundesheeres durch das Gebiet verläuft, die nun offenbar zu der Halbierung geführt hat. Bei der Energie AG wollte man dazu am Mittwoch noch nichts sagen. Die UVP sei unterbrochen, es würden nach wie vor intensive Gespräche geführt, so eine Unternehmenssprecherin auf APA-Anfrage.

Zeitplan unklar

„Mein Bezirk“ berichtete allerdings, dass bereits ein Kompromiss erzielt worden sei: Der Landesenergieversorger baue im Kobernaußerwald nun 9 statt 18 Windkraftanlagen. Die Projektwerberin Energie AG habe angekündigt, das Windkraftvorhaben im Kobernaußerwald erheblich zu reduzieren, berichtete auch Kaineder in einer Aussendung am Mittwoch. Nach derzeitigem Wissensstand könnte nur mehr rund die Hälfte der beantragten 18 Windkraftanlagen zur Genehmigung eingereicht werden. Die Energie AG bereite einen Abänderungsantrag vor. Zum Zeitplan könne man nichts sagen, aber klar sei, dass „eine so deutliche Projektänderung in der Regel zusätzliche Verfahrensschritte nach sich zieht und damit auch zu Verzögerungen führt“.

„Dass ein Projekt ausgerechnet in einer angekündigten Beschleunigungszone nun offenbar wegen grundlegender Rahmenbedingungen wie der militärischen Luftraumnutzung massiv verkleinert werden muss, ist ein neuerlicher Bauchfleck für die Energiewende in Oberösterreich und ein weiteres Scheitern von Schwarz-Blau“, kritisierte Kaineder. Indes taucht der Verdacht auf, dass der Kobernaußerwald nicht die einzige Windkraft-Beschleunigungszone ist, in der sich gleichzeitig ein Tieffluggebiet befindet: Auch im Weilhartsforst sei das so, heißt es in dem Artikel. Dort ist allerdings derzeit kein Projekt zur UVP eingereicht.

APA