Preissprung von 40 Prozent beim Gaspreis

23. Jänner 2026, Wien

Nicht nur die geopolitischen Risiken, auch der kalte Winter treibt die Preise.


Der Preis für europäisches Erdgas hat den Höhenflug der vergangenen Handelstage fortgesetzt und ist erstmals seit einem halben Jahr über die Marke von 40 Euro je Megawattstunde (MWh) gestiegen. An der Börse in Amsterdam wurde der richtungsweisende Terminkontrakt TTF für europäisches Erdgas zur Auslieferung in einem Monat zum Handelsauftakt bei 41,91 Euro je Megawattstunde gehandelt. Das ist der höchste Preis seit dem vergangenen Juni.
Seit fast zwei Wochen geht es mit dem Gaspreis stark nach oben. In dieser Zeit hat sich europäisches Erdgas um etwa 40 Prozent verteuert. Preistreiber sind niedrige Temperaturen in Teilen Europas mit einem höheren Gasverbrauch, der auf vergleichsweise niedrige Füllstände der Gasspeicher trifft. Zuletzt ist auch der Gaspreis in den USA wegen der kalten Witterung gestiegen und hat den höchsten Stand seit 2022 erreicht, was die Notierungen am europäischen Markt in der Früh mit nach oben zog.


Gasspeicher bei 52 Prozent


In Österreich sind die Gasspeicher aktuell zu 52 Prozent gefüllt, nach 67 Prozent vor einem Jahr. Die Situation ist mit jener kurz nach dem russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 nicht vergleichbar. Damals sank der Füllstand auf unter 13 Prozent, die panikartige Wiederbefüllung der Speicher und Russlands Drohungen vor weiteren Lieferkürzungen trieben den Gaspreis in der Folge massiv in die Höhe – auf über 300 Euro pro Megawattstunde im August 2022.


Aktuell wirken geopolitische Risken wieder als Preistreiber im Handel mit Erdgas. Zuletzt hatte vor allem die angespannte Lage im Iran die Sorge vor einem Übergreifen auf die gesamte Region geschürt. Außerdem könnte die stärkere Nachfrage in China, dem weltweit größten Abnehmer von Flüssiggas, den Wettbewerb schärfen.

(APA)

Die Presse