Ölpreise geben nach

30. Jänner 2026, Wien

Die Ölpreise haben am Freitag einen Teil ihrer deutlichen Gewinne der vergangenen Tage abgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März kostete am Vormittag 70,19 Dollar und damit 0,95 Prozent weniger als am Vorabend. Am Donnerstag war der Brent-Preis wegen der angespannten Lage im Iran um bis zu fünf Prozent auf 71,89 Dollar nach oben geklettert. Damit war das Öl erstmals seit September teurer als 70 Dollar.

Beim Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) sieht die Entwicklung ähnlich aus. Dieser sank am Vormittag um 1,13 Prozent auf 64,85 Dollar, nachdem er am Donnerstag noch bis auf 66,48 Dollar angezogen hatte. Wichtigster Faktor für die Entwicklung am Ölmarkt bleibt die Lage im Iran. US-Außenminister Marco Rubio hatte dem Land am Donnerstag mit einem militärischen Präventivschlag gedroht für den Fall, dass die Führung in Teheran Angriffe auf US-Einrichtungen plant.

Am Ölmarkt wird ein Übergreifen der geopolitischen Risiken auf die ölreiche Region am Persischen Golf befürchtet. Ein US-Angriff auf den Iran könnte zu Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus führen und damit die Rohöllieferungen aus dem Nahen Osten gefährden. Tanker mit Öl und Flüssigerdgas passieren diese Meerenge, um ihre Waren in die ganze Welt zu liefern.

Andererseits lockerten die USA ihre Sanktionen gegen die venezolanische Ölindustrie, um die Produktion nach dem Sturz von Präsident Nicolas Maduro wieder anzukurbeln. Das US-Finanzministerium erteilte am Donnerstag eine allgemeine Genehmigung für Geschäfte mit der Regierung in Caracas und dem staatlichen Ölkonzern PDVSA. Die Erlaubnis umfasst Transaktionen, die für den Verkauf, Transport und die Raffinierung von venezolanischem Öl notwendig sind.

APA