Niedriger Gasspeicherstand in Deutschland

2. Feber 2026, Berlin
Füllstand der deutschen Gasspeicher bei 32,44 Prozent
 - Rehden, APA/dpa

Trotz der erneut gesunkenen Gasspeicherstände sieht das Wirtschaftsministerium keine Gefahr für die Versorgungssicherheit. Man beobachte die Lage sehr genau mit den Marktverantwortlichen und der Bundesnetzagentur, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Montag in Berlin. „Wir sehen derzeit keine Versorgungsengpässe“, fügte sie hinzu. Auch der Chef der Bundesnetzagentur rückte zur Beruhigung aus.

Es bestünden ja auch noch Importkapazitäten für LNG-Erdgas in den Nachbarstaaten, etwa in Belgien und den Niederlanden, so das Ministerium. Außerdem gebe es noch freie Pipeline-Kapazitäten im europäischen Gasnetz. Falls nötig, könnte man noch zusätzliche LNG-Importe im Verlauf des Winters ermöglichen.

Am 31. Jänner betrug der Füllstand der deutschen Gasspeicher nach Angaben des Gasspeicherverbandes AGSI noch 32,44 Prozent, Tendenz sinkend. Die Gaspreise seien in Deutschland, Europa und den USA saisonbedingt gestiegen, aber nicht so stark wie im vergangenen Winter, sagte die Sprecherin weiter. Generell gebe es genug LNG auf dem Weltmarkt.

Zum Vergleich: Die Speicher in Österreich waren per Ende des Vormonats zu 45,59 Prozent gefüllt. Das entsprach einer Energiemenge von 45,96 TWh, hieß es am Montag auf energie.gv.at.

Auch Chef der Bundesnetzagentur beruhigt

In Deutschland rückte unterdessen zur Beruhigung auch der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, aus – auch er rechnet bei der dortigen Gasversorgung trotz sinkender Speicherfüllstände nicht mit Engpässen. „Die Gasversorgung in Deutschland ist aktuell stabil, die Versorgungssicherheit ist gewährleistet“, sagte Müller am Montag. Die Gefahr einer „angespannten Gasversorgung“ schätze er im Augenblick als gering ein. Müller betonte zudem, die Rolle der Gasspeicher habe sich gewandelt. Gründe dafür seien der Ausbau der LNG-Infrastruktur für Flüssigerdgas und neue Gasflüsse. „Niedrige Speicherfüllstände sind kein automatisches Indiz für eine Gasmangellage“, sagte Müller.

Der Behördenchef rechnet jedoch mit steigenden Preisen und einem sehr niedrigen Speicherstand am Ende des Winters. „Preiseffekte sind aber zu erwarten, und wir werden mit sehr niedrigen Speicherfüllständen aus dem Winter rausgehen“, sagte Müller. Die Behörde beobachte die Lage sehr genau und sehe, dass Händler und Versorger ihren Verpflichtungen nachkämen.

Müller zeigte sich zudem offen für eine neue Debatte über Reserven für den Notfall: „Wir begrüßen aber eine Diskussion über eine strategische Gasreserve, weil wir auch disruptive Ereignisse absichern sollten.“

APA/Reuters