Sonnenstrom aus dem Ofenloch für Lenzin

5. Oktober 2022

Oberösterreichs größte Flächen-Photovoltaikanlage liefert pro Jahr 6 Mio. kWh erneuerbare Energie

Oberösterreichs größte Flächen-Photovoltaikanlage wurde gestern offiziell eröffnet. Sie steht im „Ofenloch" — einer ehemaligen Mülldeponie — in Lenzing und liefert dem Faserhersteller Lenzing erneuerbare Energie. Mit dem Verbund als Partner hat man 10.284 Photovoltaik-Module errichtet, die eine Strommenge von 6.000.000 kWh jährlich produzieren. Damit können rund 4400 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Außerdem hat Lenzing bereits im Frühjahr drei Photovoltaik-Dachanlagen mit einer Leistung von 1454 kWp und einer Jahreserzeugung von rund 1.508.000 kWh Strom in Betrieb genommen. Der Strom wird für die Produktion des Faserherstellers und für E-
Ladestationen verwendet. Bis Ende des Jahres werden 16 Wallboxen installiert. Nächstes Jahr sollen 23 weitere folgen.

„Wir sind Nachhaltigkeits-Champion und wollen das auch in Zukunft sein. Mit dem kontinuierlichen Ausbau erneuerbarer Energie führen wir unseren Kurs der Ökologisierung der Wertschöpfungskette fort“, betonte Lenzing-Chef Stephan Sielaff. Weitere Energie-Projekte an anderen Standorten seien derzeit in Planung. Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner sprach von einem „historischen Tag für Oberösterreich“auf dem Weg in eine erneuerbare Energiezukunft und betonte, dass erneuerbare Energieprojekte Vorrang bei UVP-Verfahren hätten. Das beste und kürzeste Verfahren sei aber immer noch kein Verfahren. Weshalb Oberösterreich die Grenze, ab wann eine Prüfung durchgeführt werden muss, erhöht habe. Verbund-Chef Michael Strugl betonte, dass die Energiewende unabdingbar sei, es aber noch viel zu tun gebe. Der Verbund sehe sich als Partner der Unternehmen, „denn die Energiewende bewältigen wir nur gemeinsam“.

Bgm. Rudolf Vogtenhuber, LR Markus Achleitner, Lenzing-CEO Stephan Sielaff, Christian Skilich (Lenzing), LR Stefan Kaineder und Verbund-CEO Michael Strugl bei der Eröffnung.

Oberösterreichisches Volksblatt

Covid-Medikamente werden kaum an Patienten verschrieben

5. Oktober 2022, Wien

Die Herbst-Corona-Welle in Österreich nimmt weiter an Fahrt auf, am Dienstag lag die Sieben-Tage-Inzidenz bereits bei 952,6. Gegen schwere Covid-Verläufe hilft einerseits die Schutzimpfung, außerdem sind mittlerweile zwei antivirale Medikamente für die Einnahme zu Hause in Österreich zugelassen. Doch diese werden kaum an Patienten verschrieben, berichtete das "Ö1"-Morgenjournal am Mittwoch. Demnach wurden bisher nur ein Fünftel der vorhandenen Medikamente auch verschrieben.

APA

Gazprom liefert wieder Gas nach Italien über Österreich

5. Oktober 2022, Wien/Rom
Laut Gazprom sind die regulatorischen Probleme behoben worden

Der russische Energieriese Gazprom nimmt die Gasexporte über Österreich nach Italien wieder auf, nachdem die Lieferungen am Wochenende wegen regulatorischer Probleme ausgesetzt worden waren. Gazprom und die italienischen Kundinnen und Kunden hätten nach den Regeländerungen in Österreich eine Lösung für den Gasverkauf gefunden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Auch der italienische Energieriese Eni bestätigte die Wiederaufnahme der Gaslieferungen über Österreich.

APA

Tagespreise für Gas auf Niveau vom Juni zurückgegangen

5. Oktober 2022, Wien
Kurzfristige Gaspreise auf Niveau vom Juni
 - Lubmin, APA/AFP

Wer kurzfristig Gas braucht, kann sich derzeit wie zu Preisen im Juni damit eindecken. Gestern gab es Gas für den Folgetag (VTP Day-ahead Index) um weniger als 120 Euro je Megawattstunde. So günstig war der Energieträger im kurzfristigen Handel zuletzt Mitte Juni. Damals hat der russische Monopolist Gazprom die Lieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 um 40 Prozent gekürzt. Am 23. Juni rief Deutschland die Gas-Alarmstufe aus.

APA

Gas – RAG-Chef: Hälfte des Speicherfüllung gehört Österreich

5. Oktober 2022, Wien
Gasexperte sieht bei Loch in Nord Stream Leitungen viele Interessen
 - Baltic Sea, APA/SWEDISH COAST GUARD

Markus Mitteregger, Chef des größten österreichischen Energiespeicherunternehmens RAG, erwartet bis Ende des Monats eine Füllstand der heimischen Gasspeicher von 85 Prozent. Wie viel davon Österreich gehört? "Grob geschätzt die Hälfte", sagte er zu den "Oberösterreichischen Nachrichten". Nämlich die 20 Terawattstunden staatliche Reserve und circa 25 Terawattstunden von Versorgern oder Unternehmen. Der Jahresverbrauch in Österreich seien aber rund 90 Terawattstunden.

APA

Top Artikel der Woche

ARBÖ: Auto vor Start der CO2-Steuer noch volltanken

26. September 2022, Wien

Der ARBÖ rät allen Autofahrern, ihr Auto in der nächsten Woche vollzutanken. "Denn am 1. Oktober kommt die CO2-Steuer, und damit wird Treibstoff pro Liter um gut 8 Cent teurer", erinnerte ARBÖ-Präsident Peter Rezar am Sonntag. Eine Tankfüllung bei einem Fahrzeug mit 50-Liter-Tank koste ab nächstem Samstag um rund vier Euro mehr, weshalb bis kommenden Sonntag mit einem Ansturm auf die Tankstellen zu rechnen sei, so der ARBÖ.

APA

Gaspreis – Kritik an EU-Maßnahmen aus Österreich

30. September 2022, Wien

Österreichische Interessensvertretungen und Organisationen haben mit Kritik auf die europäische Einigung zur Bewältigung der Energiekrise, darunter etwa eine Steuer auf Krisengewinne, reagiert. Während die angedachten Maßnahmen der Arbeiterkammer (AK), dem Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) sowie der Umweltschutzorganisation Greenpeace nicht weit genug gehen, begegnen die Wirtschaftskammer (WKÖ), die E-Wirtschaft und EcoAustria den Maßnahmen grundlegend skeptisch.

APA

Tarif-Wechsel: Die Crux mit den Regionalversorgern

24. August 2022

Stromanbieter. Wien Energie und EVN heben ihre Standard-Tarife mit September deutlich an. Was das für Konsumenten bedeutet und worauf bei einem Tarif-Wechsel zu achten ist

Viele Kunden von Wien Energie und EVN erhalten dieser Tage Schreiben, die eine Tariferhöhung bei Strom ankündigen. Um die Teuerung abzufedern, haben die Unternehmen Rabatte angekündigt – diese sind aber, wie aus einem Informationsschreiben hervorgeht, an einen Tarifwechsel gebunden.

Pikant daran: Der Wechsel erfolgt automatisch, sofern der Kunde nicht widerspricht. Konsumentenschützer sind alarmiert, die Arbeiterkammer (AK) prüft derzeit eine Klage.

Um wie viel teurer werden Strom und Gas? Die Tariferhöhung tritt am 1. September für Kunden mit dem Standard-Tarif „Optima“ in Kraft. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden Strom kommen auf Kunden von Wien Energie und EVN dadurch jährliche Mehrkosten von etwa 680 Euro zu. Inklusive Gas steigt die jährliche Belastung bei einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden um etwa 2.000 Euro.
Sind die neuen Tarife niedriger? Die neuen Tarife, auf die Kunden, die nicht widersprechen, gewechselt werden, sind relativ billiger – aber teurer als die bisher gültigen.

Können die neuen Tarife stärker steigen?Bisher konnten Tarife einmal pro Jahr angepasst werden, jetzt geschieht das zwei Mal, im Frühling und im Herbst. Bei den neuen Tarifen bieten EVN und Wien Energie eine Preisgarantie über ein Jahr. Danach können sie im selben Ausmaß steigen, wie der alte Optima-Tarif. Gebunden sind sie dabei an den Österreichischem Strompreisindex (ÖSPI) und den Verbraucherpreisindex.

Welche Rabattaktionen gibt es? Bei den Rabattaktionen unterscheiden sich Wien Energie und EVN. Während es bei Wien Energie zum Beispiel ein Guthaben gibt – etwa Gratis-Strom bis zu 100 Tagen – wenn sich Kunden für ein Jahr lang binden, gibt es bei EVN einmalig den „blau-gelben Strompreisrabatt“.
Gibt es einen Grund, am bisherigen Optima-Tarif festzuhalten?Ein Vorteil ist laut AK nicht absehbar. Der alte Tarif ist ab September höher und kann bereits im April das nächste Mal angepasst werden.
Warum passen EVN und Wien Energie ihre Tarife im Gleichschritt an? Die beiden Regionalversorger sind seit 2001 in der Energieallianz Austria (EAA) organisiert. Auch die Energie Burgenland ist in der Vertriebsgemeinschaft, sie hat die Tariferhöhung vom Jänner 2023 aber im Gegensatz zu EVN und Wien Energie nicht vorgezogen.

Kurier

Druckabfall bei Nord Stream 2

26. September 2022, Lubmin/Moskau

In der Nacht auf Montag hat es in der Gaspipeline Nord Stream 2 nach Angaben des Betreibers einen Druckabfall gegeben. Es sei ein Druckverlust in Röhre A festgestellt worden, die zuständigen Marinebehörden in Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland und Russland seien sofort informiert worden, teilte der Sprecher des Pipeline-Betreibers Nord Stream 2 AG, Ulrich Lissek, am Montag mit. Die Untersuchung des Vorfalls dauere an.

APA/dpa

RWE will Kohleausstieg auf 2030 vorziehen

4. Oktober 2022, Essen
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Der Energiekonzern RWE will den Braunkohleausstieg um acht Jahre auf das Jahr 2030 vorziehen. Das sieht eine Vereinbarung zwischen RWE, dem Bundeswirtschafts- und dem NRW-Wirtschaftsministerium vor. Allerdings stünden jetzt bereits drei Reserve-Braunkohle-Blöcke wieder zur Verfügung. Zwei weitere Kraftwerksblöcke würden nicht, wie eigentlich geplant, Ende des Jahres abgeschaltet. Sie sollen bis ins Frühjahr 2024 weiterlaufen.

APA/dpa