Polen sagt Deutschland Öllieferungen für Schwedt zu

2. Dezember 2022, Berlin/Warschau
Die PCK-Raffinerie in Schwedt
 - Schwedt/Oder, APA/dpa

Polen hat in einer Vereinbarung mit der deutschen Bundesregierung erstmals Rohöl-Lieferungen über Danzig in die PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt zugesagt. Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) unterzeichnete am Donnerstag eine entsprechende Absichtserklärung mit der polnischen Umweltministerin Anna Moskwa. Konkrete Mengen stehen in dem Papier jedoch nicht. Diese sollen nun ausgehandelt werden, hieß es aus Regierungskreisen in Berlin.

APA/dpa

Kommission will Regeln für „grünen“ Wasserstoff festlegen

2. Dezember 2022, Brüssel/EU-weit

Wasserstoff aus erneuerbarem Strom soll in der EU künftig nur unter Auflagen als klimafreundlich gelten. So soll "grüner" Wasserstoff nur aus erneuerbarem Strom erzeugt werden können, der aus relativ neuen Anlagen stammt, wie aus einem Entwurf der EU-Kommission für neue Regeln der hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Gleichzeitig soll der Strom zur Produktion des klimafreundlichen Treibstoffs etwa aus Anlagen kommen, die in der Nähe sind.

APA/dpa

U-Kommission zu Wien Energie startet

2. Dezember 2022, Wien
Milliardenunterstützung für Wien Energie wird unter die Lupe genommen
 - Wien, APA/THEMENBILD

Im Wiener Rathaus findet heute, Freitag, die konstituierende Sitzung der gemeinderätlichen Untersuchungskommission zur Wien Energie statt. Die Kommission soll die Vorgänge rund um die von Stadt und Bund gewährte Milliardenunterstützung für den Energieversorger unter die Lupe nehmen. Der Antrag zur Einsetzung kam von ÖVP und FPÖ.

APA

Regierung federt Erhöhung der Netzverlustentgelte ab

2. Dezember 2022, Wien
Netzgebühren werden voraussichtlich steigen
 - Langenhagen, APA/dpa

Angesichts der zuletzt stark gestiegenen Strompreise zeichnet sich derzeit eine deutliche Erhöhung der Netzverlustentgelte ab. Um sicherzustellen, dass sich der Strom für die Konsumentinnen und Konsumenten dadurch nicht weiter verteuert, hat sich die Regierung auf entsprechende Abfederungsmaßnahmen verständigt. Das teilte das Finanzministerium am Freitag mit. Die genaue Ausgestaltung und Höhe der Hilfen ist aber noch offen, wie ein Sprecher gegenüber der APA erklärte.

APA

Russisches Öl bekommt Obergrenze von 60 Dollar

2. Dezember 2022, Brüssel

Die EU-Staaten haben sich laut Diplomaten auf eine Preisobergrenze von 60 Dollar (57,8 Euro) je Fass für russisches Öl geeinigt, das über den Seeweg transportiert wird. Mit einem Anpassungsmechanismus solle die Obergrenze zudem immer bei fünf Prozent unter dem Marktpreis gehalten werden, sagte ein EU-Diplomat der Nachrichtenagentur Reuters. Polen, das auf eine möglichst niedrige Preisobergrenze gedrungen hat, muss der Vereinbarung noch am Donnerstag zustimmen.

APA/Reuters

Top Artikel der Woche

Bertsch Energy steht vor der Insolvenz

1. Dezember 2022, Bregenz

Der Bludenzer Kraftwerksbauer Bertsch Energy GmbH & Co KG muss in den nächsten Tagen Insolvenz anmelden. Das berichteten die "Vorarlberger Nachrichten" am Donnerstag unter Berufung auf die Geschäftsführung. Betroffen sind 156 Mitarbeiter, alle am Standort Bludenz. Sie werden beim AMS zur Kündigung angemeldet, eine Fortführung des Betriebs wird angestrebt. Die weiteren Unternehmen der Bertsch Gruppe, Bertsch Foodtec und Bertsch-Laska, seien nicht betroffen.

APA

Kelag senkt Grundversorgungstarif auf 10,87 Cent

3. November 2022, Velden

Der Kärntner Landesenergieversorger Kelag hat den Grundversorgungstarif von 60 Cent pro Kilowattstunde auf 10,87 Cent - jenen Tarif für Privatkunden - abgesenkt. Vorstandssprecher Manfred Freitag reagierte am Donnerstag vor Journalisten auf Diskussionen um die Stromtarife. Demnach würden 92 Prozent der Kelag-Privatkunden 10,87 Cent bezahlen, die Stromkosten "für die allermeisten Privatkunden der Kelag" seien im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben.

APA

Tiwag-Preissprung wirft Fragen auf

16. September 2022

Als die Strompreisbremse fixiert wurde, vervierfachte die Tiwag die Neukunden-Preise. Sint (Liste Fritz) ortet Zusammenhang mit Strom-Subventionen, Tiwag-Chef weist das zurück.

Innsbruck - Mit der von der Regierung verkündeten Strompreisbremse dürfen Energieversorger den Privathaushalten ab Dezember für die ersten 2900 kWh maximal 10 Cent netto je kWh verrechnen. Sollte ihr tatsächlicher Strompreis höher sein, wird den Energiefirmen die Differenz bis zum Preis von 40 Cent subventioniert. Das heißt, der Steuerzahler schießt den Stromfirmen bis zu 30 Cent je kWh zu. Einige Ökonomen befürchten, dass Energieunternehmen ihren Strompreis ohne Zwang auf 40 Cent erhöhen, nur um die 30 Cent an Subvention zu kassieren.

In diesem Zusammenhang wirft die kräftige Erhöhung der Neukunden-Strompreise bei Tiwag (und ihrer Tochter IKB) aus Sicht von Liste-Fritz-Klubchef Markus Sint Fragen auf. Denn just an dem Tag, an dem die Strompreisbremse fixiert wurde, vervierfachte die Tiwag ihren Strom-Arbeitspreis für Neukunden.

Der Vergleich zweier Preisblätter der Tiwag, jeweils mit Gültigkeit ab September 2022, veranschaulicht die Entwicklung. In einem im Juli erstellten Preisblatt gab die Tiwag für Neukunden etwa beim Eco-Tarif noch einen Arbeitspreis von 10,46 Cent netto an. In dem aktuellen Preisblatt, ebenfalls mit September 2022 datiert, wird der Eco-Arbeitspreis nun mit netto 38 Cent je kWh angegeben. Laut den Metadaten des pdf-Dokuments wurde das neue Preisblatt (38 Cent) am Morgen des 7. September 2022 erstellt -jener Tag, an dem im Ministerrat gegen Mittag die Strompreisbremse fixiert wurde. LA Sint mag hier nicht an Zufall glauben und bringt eine weitere Parallele ins Spiel. So hält die Tiwag im Neukunden-Preisblatt fest, dass eine Anpassung des Strompreises, also auch eine mögliche Vergünstigung, abweichend von den üblichen Lieferbedingungen (mit jährlicher Preisanpassung) erst im Juni 2024 erfolgen wird - auch die Strompreisbremse läuft Mitte 2024 aus. Der Comfort-Tarif für Neukunden wurde ebenso am 7.9. auf etwa 38 Cent erhöht, gleichermaßen bis Mitte 2024. Und auch die Tiwag-Tochter IKB habe rund um den 7. September die Neukundenpreise von zuvor 9,5 Cent netto auf ca. 38 Cent erhöht, so Sint. "Wer hier an Zufall glaubt, glaubt auch ans Christkind", sagt der wahlkämpfende Liste-Fritz-Mandatar: "Das ist natürlich kein Zufall, sondern bewusst gemacht, um bei Neukunden die Subventionen von bis zu 30 Cent einzustreifen. Ausgerechnet öffentliche Unternehmen greifen in die Taschen der Steuerzahler. Energieministerium und Wettbewerbshüter müssen hier einschreiten."
Tiwag-Chef Erich Entstrasser bestätigt zwar die Neukunden-Preise seit 7. September, weist aber einen Zusammenhang mit der Strompreisbremse zurück. Dies sei lediglich "eine zulässige Denkübung", sagt er. "Wir wussten zwar, dass eine Strompreisbremse kommt. Die genauen Details kannten wir aber nicht."

Tiroler Tageszeitung

Strom, Gas: Wem steht Grundversorgung zu?

12. August 2022, Wien

Energie. Das Recht auf Grundversorgung betrifft weitaus mehr Menschen als bisher angenommen. Es gibt Gesetze, über deren genauen Inhalt und Tragweite denkt jahrelang kaum jemand nach. Weil nur wenige Menschen davon betroffen sind. Oder weil man das irrigerweise annimmt. So war das wohl auch lange Zeit mit den Regelungen über die „Grundversorgung“ mit Strom und […]

Die Presse

Preisdeckel weiter in der Diskussion
 - Hannover, APA/dpa

Kocher für weitergehende Energiepreis-Lösungen

2. Dezember 2022, Wien

Mit dem Energiepreis-Deckel, den Deutschland einführt, wird auch in Österreich die Diskussion um weitere Unterstützungen für Haushalte und Unternehmen angeheizt. Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) verweist in einer Aussendung des Ministeriums auf Maßnahmen, um die Folgen der hohen Energiepreise abzufedern. So gäbe es für energieintensive Unternehmen einen Energiekostenzuschuss, für den sich bereits 86.800 Unternehmen vorangemeldet hätten.

APA

Lukoil ist einer der großen staatlichen russischen Ölkonzerne
 - Brussels, APA/AFP

Rom stellt Lukoil-Raffinerie unter staatliche Aufsicht

2. Dezember 2022, Mailand/Moskau

Italien hat eine vom russischen Öl-Riesen Lukoil betriebene Raffinerie in Sizilien vorerst unter staatliche Kontrolle gestellt. "Die Notmaßnahme zielt darauf ab, sowohl ein strategisches nationales Energiezentrum als auch die für Sizilien und das ganze Land so wichtigen Arbeitsplätze zu schützen", erklärte Premierministerin Giorgia Meloni am Donnerstag. Die Entscheidung über die Isab-Raffinerie, eine der größten Europas, gelte vorerst für bis zu zwölf Monate.

APA/ag

Vorstandsvorsitzender Burgenland Energie AG Stephan Sharma
 - Wien, APA/FLORIAN WIESER

Land Burgenland führt eigenen Wärmepreisdeckel ein

1. Dezember 2022, Eisenstadt

Das Land Burgenland führt mit 1. Jänner 2023 einen Wärmepreisdeckel ein, um die Haushalte in der Energiekrise zu entlasten. Gestaffelt nach dem Jahresnettoeinkommen wird festgelegt, wie hoch die Wärmekosten eines Haushalts ausfallen dürfen. Die Kosten darüber hinaus werden vom Land abgefedert, kündigten Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) und Stephan Sharma, Vorstandsvorsitzender der Burgenland Energie, am Donnerstag an.

APA

Gaspreisdeckel – Striktes Nein der Vorarlberger Grünen

1. Dezember 2022, Bregenz

Vorarlbergs Grünen-Chef und Energie-Landesrat Daniel Zadra (Grüne) spricht sich vehement gegen einen Gaspreisdeckel nach deutschem Vorbild aus. "Das wäre eine absolute Sackgasse für Österreich", sagte er am Donnerstag im Gespräch mit der APA. Zadra sah in der Gaspreisbremse gleich drei negative Aspekte: Es handle sich um ein Gießkannensystem, die verschiedenen Energieträger würden ungleich behandelt und der Deckel wäre "unglaublich teuer".

APA