EU-Notfallplan für Gas tritt am Dienstag in Kraft

8. August 2022, Brüssel
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Der europäische Gas-Notfallplan zur Vorbereitung auf einen möglichen Stopp russischer Gaslieferungen tritt am Dienstag in Kraft. Am Montag wurde das neue Gesetz im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Der Plan sieht vor, dass alle EU-Länder ihren Gasverbrauch von Anfang August bis März nächsten Jahres freiwillig um 15 Prozent senken, verglichen mit dem Durchschnittsverbrauch der letzten fünf Jahre in diesem Zeitraum.

APA/dpa

Experten warnen vor Sondersteuer für Energieunternehmen

8. August 2022, Wien
Kritik an "Übergewinnen" der Energieversorger hält an
 - Schwerin, APA/dpa-Zentralbild

Die Empörung über hohe Gewinne vieler Energieunternehmen angesichts der schmerzhaft gestiegenen Energiepreise ist nach wie vor groß und die Rufe nach einer Sondersteuer auf "Übergewinne" wollen nicht verstummen. Wirtschafts- und Energieexperten warnen jedoch vor möglichen unerwünschten Folgen. "Besteuert man diese Gewinne, würde man Unternehmen bestrafen, die auf Wind, Wasser und Sonne setzen", sagt etwa Michael Peneder vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo).

APA

RHI-Magnesita-Chef will „klare Energiestrategie“ in Europa

8. August 2022, Wien
RHI-Magnesita-Chef Stefan Borgas
 - Wien, APA/HELMUT FOHRINGER

Die hohen Energiepreise gefährden die Wettbewerbsfähigkeit Europas, warnte der Chef des Feuerfestkonzerns RHI Magnesita, Stefan Borgas, am Montag im Interview mit der "Kleinen Zeitung". Ohne eine "klare Energiestrategie", wie Europa wieder wettbewerbsfähig wird, müsse das Unternehmen im kommenden Jahr über Produktionsverlagerungen nachdenken, so Borgas. Neben grünem Wasserstoff müsse auch Atomkraft und Fracking in Österreich als Teil der Lösung diskutiert werden.

APA

Früherer E-Control-Vorstand Boltz berät Energieministerium

8. August 2022, Wien
Walter Boltz, ehemaliger E-Control-Vorstand
 - Wien, APA/photonews

Das Energie- und Klimaministerium von Leonore Gewessler (Grüne) hat sich inmitten der Gaskrise weitere Expertise ins Haus geholt. Der frühere E-Control-Vorstand und Energiemarkt-Kenner Walter Boltz werde ab sofort strategischer Berater für die Energieversorgung, teilte das Ministerium am Montag mit. Der Vertrag läuft vorerst bis Jahresende 2022 und kann bei Bedarf verlängert werden.

APA

Deutschland: Habeck will Solarindustrie wiederbeleben

8. August 2022, Berlin
Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck
 - Plößberg, APA/dpa

Nach dem Willen der deutschen Regierung soll der Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms am gesamten Stromverbrauch bis 2030 von derzeit knapp unter 50 auf mindestens 80 Prozent steigen. Gebraucht werden dafür nicht nur deutlich mehr Windräder, sondern auch deutlich mehr Solaranlagen. Die Frage ist: Wo sollen die herkommen? Wirtschaftsminister Robert Habeck hält ein Comeback der Solarindustrie in Deutschland für machbar.

APA/dpa

Top Artikel der Woche

Boltz: Aus für Merit-Order-Prinzip brächte preislich wenig

10. Mai 2022, Wien

Auch ein Abgehen von der sogenannten Merit Order zur Strompreisbildung, wonach das jeweils letzte - in der Regel teuerste - (Gas-)Kraftwerk das Preisniveau bestimmt, würde nach Meinung des Energie-Experten Walter Boltz nicht viel ändern. Würde man stattdessen etwa ein Pool-Modell anwenden, würde es preislich "nicht um so viel besser", so Boltz im Radio. Zuletzt hatte die WKÖ eine Änderung des Prinzips verlangt, die AK machte sich für einen Gaspreisdeckel für Kraftwerke stark.

APA

Strom- und Gaspreis bei Wien Energie und EVN steigt

3. August 2022, Wien

Die Energieallianz Austria (EAA) erhöht per 1.9. die Preise für Strom und Gas in Wien und Niederösterreich. Die Indexanpassung in den Standardtarifen der Wien Energie und der EVN als Teil der EAA wird aufgrund der Marktsituation von 1.1. 2023 vorgezogen. Die "dramatischen Preisanstiege" erforderten das Vorziehen der Anpassung, so die EAA am Mittwoch. Wien Energie und EVN wollen die Steigerungen mit Aktionen abfedern. Indexanpassungen gibt es künftig zwei Mal jährlich.

APA

„Strompreise steigen 2023 erneut um 100 Prozent“

1. Juni 2022

Theodor Tanner. Ex-Chef der Bundeswettbewerbsbehörde sieht die EU in der Pflicht

In den vergangenen Wochen sind die Preise für Energie massiv gestiegen. Beim Verbund etwa betrug der Zuwachs im Durchschnitt 77 Prozent. Viele Verbraucher ächzen unter diesem Anstieg. Doch es könnte noch schlimmer kommen, glaubt man Theodor Thanner. Er war bis vor kurzem Chef der heimischen Bundeswettbewerbsbehörde BWB. Bis Mai hätten die Preise an der Stromhandelsbörse in Leipzig bereits um rund 30 Prozent zugelegt. „Rechnet man
das aufs ganze Jahr hoch, kommt man auf 100 Prozent.“ Das würde bedeuten, dass die Preise im kommenden Jahr in diesem Ausmaß erneut steigen würden. Thanner will das so nicht akzeptieren.

„Es gibt dringenden Handlungsbedarf“, sagte er im Klub der Wirtschaftsjournalisten. Der Strommarkt sei kein freier Markt. Daher fordert er die EU-Kommission auf, tätig zu werden. „Sie sollte sich intensiv mit der Merit-Order beschäftigen.“ Diese besagt, dass das teuerste Kraftwerk, das zur Deckung der Stromnachfrage benötigt wird, den Preis bestimmt. Das ist meist ein Gaskraftwerk – und wegen der aktuell hohen Gaspreise ist auch der Strom teuer.
Konkret sollte die EU sich in dem Zusammenhang damit beschäftigen, ob das Kartellrecht hier greifen könnte. „Das System ist nicht wettbewerbsfördernd.“ Zudem hinterfragt er generell die Merit-Order. „Man könnte auch den Strom- vom Gaspreis lösen.“ Dies sei natürlich nicht von heute auf morgen möglich, „sonst würden die Märkte zusammenbrechen.“

Des Weiteren sei die Einführung einer Obergrenze für den Gaspreis möglich, wie dies etwa schon Spanien oder Portugal vollzogen haben.

Kurier

OMV: Gasflüsse stabil bei 40 Prozent

3. August 2022, Wien

Die OMV meldet für die vergangenen 24 Stunden eine stabile Gaslieferung durch den russischen Staatskonzern Gazprom. 40 Prozent der nominierten Menge sind in der Gasstation Baumgarten in Niederösterreich angekommen, sagte ein OMV-Sprecher Mittwochmittag zur APA.

APA

Deutsche Bundesnetzagentur ruft zum Energiesparen auf

8. August 2022, Berlin/Kiew (Kyjiw)/Moskau
Gas könnte im Winter knapp werden
 - Hannover, APA/dpa

Die Menschen in Deutschland müssen aus Sicht der Bundesnetzagentur weit mehr Energie sparen, um einen Gasmangel im Winter abzuwenden. Behördenchef Klaus Müller sagte, die Reduktion der Gaslieferungen aus Russland auf nur noch 20 Prozent der vereinbarten Menge habe zur Folge, dass sich der Mangel nur noch in zwei Best-Case-Szenarien verhindern lasse.

APA/dpa