RHI Magnesita wappnet sich für Erdgas-Engpass

18. August 2022, Veitsch/Wien
Bundeskanzler Karl Nehammer besuchte RHI Magnesita
 - ST

Drohende Engpässe bei der Gasversorgung bereiten der energieintensiven österreichischen Industrie Sorgen. Die steirischen Industriebetriebe bereiten sich auf unterschiedliche Szenarien der Versorgung mit Gas vor. Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hat sich am Donnerstag in der Veitsch angesehen, wie sich der Feuerfestkonzern RHI Magnesita dort auf die Energieknappheit und die Sicherstellung des Betriebs vorbereitet.

APA

In Deutschland wird Mehrwertsteuer auf Gas bis 2024 gesenkt

18. August 2022, Berlin
Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz
 - Berlin, APA/dpa

Die deutsche Regierung will für einen befristeten Zeitraum bis 2024 einen niedrigeren Mehrwertsteuersatz auf Erdgas verlangen. Die Steuer solle von bisher 19 auf 7 Prozent verringert werden, kündigte Kanzler Olaf Scholz (SPD) am Donnerstag an. Er hat angesichts der steigenden Energiepreise auch ein neues Entlastungspaket in den kommenden Wochen angekündigt.

APA/dpa-AFX

Auf deutsche Gaskunden könnten mehrere Umlagen zukommen

18. August 2022, Ratingen

Auf Gaskunden könnten neben der Gasumlage zur Rettung wichtiger Importeure noch weitere Umlagen zukommen. Ab 1. Oktober müssen Gasversorger auf jede von Haushalten verbrauchte Kilowattstunde Erdgas 0,57 Cent für sogenannte Regelenergie zahlen, wie das Unternehmen Trading Hub Europe (THE) am Donnerstag in Ratingen mitteilte.

APA/dpa

SBO-Chef Grohmann: Aufträge reichen ins Jahr 2023

18. August 2022, Wien/Ternitz

Der österreichische Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann Oilfield (SBO) profitiert davon, dass die Öl- und Gaskonzerne jetzt Investitionen nachholen, die sie in den letzten Jahren eingespart hatten. Im ersten Halbjahr hat SBO deutlich mehr Umsatz gemacht als vor einem Jahr, der Nettogewinn wurde auf 34,4 Mio. Euro verachtfacht. "In vielen Bereichen sind wir für 2022 schon ausgelastet und können gar keine Aufträge mehr fürs heurige Jahr annehmen", sagt SBO-Chef Gerald Grohmann.

APA

Deutsche Netzagentur hält regionalen Gasmangel für wahrscheinlich

18. August 2022, Berlin/Kiew (Kyjiw)/Moskau

Die deutsche Bundesnetzagentur rechnet damit, dass es im kommenden Winter zumindest regional einen Gasmangel in Deutschland geben könnte. "Vermutlich wären die Einschränkungen erst einmal temporär und können auch wieder enden oder mehrfach auftreten", sagte Behördenchef Klaus Müller dem Nachrichtenportal T-Online in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. In dem Fall müsse man dafür sorgen, dass Gas gut durchs Land transportiert werde.

APA/dpa

Top Artikel der Woche

RHI-Magnesita-Chef will „klare Energiestrategie“ in Europa

8. August 2022, Wien

Die hohen Energiepreise gefährden die Wettbewerbsfähigkeit Europas, warnte der Chef des Feuerfestkonzerns RHI Magnesita, Stefan Borgas, am Montag im Interview mit der "Kleinen Zeitung". Ohne eine "klare Energiestrategie", wie Europa wieder wettbewerbsfähig wird, müsse das Unternehmen im kommenden Jahr über Produktionsverlagerungen nachdenken, so Borgas. Neben grünem Wasserstoff müsse auch Atomkraft und Fracking in Österreich als Teil der Lösung diskutiert werden.

APA

Boltz: Aus für Merit-Order-Prinzip brächte preislich wenig

10. Mai 2022, Wien

Auch ein Abgehen von der sogenannten Merit Order zur Strompreisbildung, wonach das jeweils letzte - in der Regel teuerste - (Gas-)Kraftwerk das Preisniveau bestimmt, würde nach Meinung des Energie-Experten Walter Boltz nicht viel ändern. Würde man stattdessen etwa ein Pool-Modell anwenden, würde es preislich "nicht um so viel besser", so Boltz im Radio. Zuletzt hatte die WKÖ eine Änderung des Prinzips verlangt, die AK machte sich für einen Gaspreisdeckel für Kraftwerke stark.

APA

Hektarweise Sonnenstrom auf Feld und Wiese?

12. August 2022, Linz

Studie: Mit 200 Photovoltaik-Großanlagen könnte Oberösterreich ein Sechstel seines Strombedarfs decken Die stark gestiegenen Stromkosten zeigen die Dringlichkeit, Auswege aus der Energiekrise zu finden. Einer könnte die so genannte Agri-PV sein: Sonnenstromproduktion auf agrarischen Flächen, bei denen 80 Prozent des Feldes oder der Wiese landwirtschaftllich genutzt werden. Maximal fünf Prozent dürfen für Infrastruktur wie z.B.: […]

Oberösterreichische Nachrichten

„Strompreise steigen 2023 erneut um 100 Prozent“

1. Juni 2022

Theodor Tanner. Ex-Chef der Bundeswettbewerbsbehörde sieht die EU in der Pflicht

In den vergangenen Wochen sind die Preise für Energie massiv gestiegen. Beim Verbund etwa betrug der Zuwachs im Durchschnitt 77 Prozent. Viele Verbraucher ächzen unter diesem Anstieg. Doch es könnte noch schlimmer kommen, glaubt man Theodor Thanner. Er war bis vor kurzem Chef der heimischen Bundeswettbewerbsbehörde BWB. Bis Mai hätten die Preise an der Stromhandelsbörse in Leipzig bereits um rund 30 Prozent zugelegt. „Rechnet man
das aufs ganze Jahr hoch, kommt man auf 100 Prozent.“ Das würde bedeuten, dass die Preise im kommenden Jahr in diesem Ausmaß erneut steigen würden. Thanner will das so nicht akzeptieren.

„Es gibt dringenden Handlungsbedarf“, sagte er im Klub der Wirtschaftsjournalisten. Der Strommarkt sei kein freier Markt. Daher fordert er die EU-Kommission auf, tätig zu werden. „Sie sollte sich intensiv mit der Merit-Order beschäftigen.“ Diese besagt, dass das teuerste Kraftwerk, das zur Deckung der Stromnachfrage benötigt wird, den Preis bestimmt. Das ist meist ein Gaskraftwerk – und wegen der aktuell hohen Gaspreise ist auch der Strom teuer.
Konkret sollte die EU sich in dem Zusammenhang damit beschäftigen, ob das Kartellrecht hier greifen könnte. „Das System ist nicht wettbewerbsfördernd.“ Zudem hinterfragt er generell die Merit-Order. „Man könnte auch den Strom- vom Gaspreis lösen.“ Dies sei natürlich nicht von heute auf morgen möglich, „sonst würden die Märkte zusammenbrechen.“

Des Weiteren sei die Einführung einer Obergrenze für den Gaspreis möglich, wie dies etwa schon Spanien oder Portugal vollzogen haben.

Kurier

Klaus Müller, Präsident der deutschen Bundesnetzagentur
 - Bonn, APA/dpa

Deutsche Gaskraftwerke produzierten zuletzt mehr Strom

18. August 2022, Berlin

In Deutschland ist im Juli deutlich mehr Strom von Gaskraftwerken produziert worden als im Vorjahresmonat. Lag die erzeugte Strommenge im Juli 2021 bei 3.558 Gigawattstunden, waren es ein Jahr später 4.036 Gigawattstunden. Das ist ein Plus von 13,5 Prozent, wie aus dem Strommarktdatenportal Smard der deutschen Bundesnetzagentur hervorgeht.

APA/dpa-AFX

Spanische Umwelt- und Energieministerin Teresa Ribera
 - Brussels, APA/ag

Spanien: Energiesparplan senkt Stromverbrauch

18. August 2022, Madrid

In der ersten Woche nach Inkrafttreten eines strikten Energiesparplans ist der Stromverbrauch in Spanien um 3,7 Prozent gesunken. Diese Zahl nannte die spanische Ministerin für Ökologischen Wandel, Teresa Ribera, am Mittwoch vor Journalisten auf Menorca. "Die Reaktion der Bürger war außerordentlich positiv", sagte sie. Ribera betonte, der Erfolg sei angesichts der Kritik der konservativen Opposition umso bemerkenswerter.

APA/dpa

Arhcivbild von Mellach
 - Mellach, APA/ERWIN SCHERIAU

Mellach – SPÖ knüpft Zustimmung an Stopp für Preiserhöhungen

17. August 2022, Wien/Kiew (Kyjiw)/Moskau

Die SPÖ will der Reaktivierung des klimaschädlichen Kohlekraftwerks Mellach nur zustimmen, wenn es bei den Strompreisen keine Preiserhöhungen mehr gibt. Dazu stehe in der Verordnung, für die die Regierungsfraktionen ÖVP und Grüne die Stimmen von SPÖ oder FPÖ brauchen, nichts, sagte SPÖ-Energiespreicher Alois Schroll am Mittwoch. "Es muss aber rechtliche Klarheit geben, dass es nicht zu nochmaligen Preiserhöhungen für die Bevölkerung kommt", forderte Schroll.

APA

Ohne Wasser fließt vielerorts kein Strom

17. August 2022, Frankfurt am Main
Ein Wasserkraftwerk
 - Graz, APA/ERWIN SCHERIAU

Ob als Transportweg, für die Kühlung oder als ganz eigener Energieträger: Flüsse spielen in der deutschen Stromversorgung eine zentrale Rolle. Wenn die Wasserstände zu sehr abfallen, können Kraftwerke nicht mehr mit Brennstoff versorgt und gekühlt werden, Wasserkraftwerke stehen still. Langfristig hilft der Umstieg auf Erneuerbare - in den nächsten zwei Wintern könnte es aber "so richtig eng werden", warnt der deutsche Energieexperte Fabian Huneke von Energy Brainpool.

APA/ag