Wien beschloss „Klimafahrplan“ und Rahmenstrategie bis 2040

21. Jänner 2022, Wien

Die rot-pinke Stadtregierung hat am Freitag im Rahmen einer Klausur einen "Klimafahrplan" für Wien - sowie eine "Smart Klima City Rahmenstrategie" - besiegelt. Vorgesehen ist, dass Wien bis 2040 klimaneutral wird. Alternative Energien, Abfallvermeidung oder neue Mobilitätsformen stehen dabei im Fokus. Vorgesehen ist etwa, dass ab diesem Zeitpunkt keine Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotoren mehr im Einsatz sind.

APA

EU-Umweltminister: Beratungen über Einstufung von Atomkraft

21. Jänner 2022, Amiens/EU-weit/Brüssel

Die europäischen Umwelt- und Energieminister haben am Freitag in Amiens über das weitere Vorgehen bei der Einstufung von Atomkraft und Gas als nachhaltige Energiequellen beraten. Die luxemburgische Umweltministerin Carole Dieschbourg appellierte an Deutschland, sich einer geplanten Klage anzuschließen, falls es dazu komme. "Wir würden es begrüßen, wenn Deutschland sich beteiligen würde", Dieschbourg der Nachrichtenagentur AFP.

APA/AFP

Linz erarbeitet Klimaneutralitätskonzept

20. Jänner 2022, Linz

Die Stadt Linz will bis spätestens 2040 eine klimaneutrale Industriestadt sein. Eine wesentliche Rolle bei der Reduktion der eigenen Emissionen wird wohl der Unternehmensgruppe Linz - etwa mit dem Versorger Linz AG oder der Wohnungsgenossenschaft GWG - zukommen. Nach einer "Klima-Sondersitzung" des Stadtsenats am Donnerstag soll nun in Abstimmung mit der Unternehmensgruppe ein Klimaneutralitätskonzept erarbeitet werden.

APA

Wasserstoff kostet dreimal so viel wie fossiler Treibstoff
 - Stuttgart, APA/dpa

Für Wasserstoff-Lkw ist Strom zu teuer

20. Jänner 2022, Wien/Lauterach

Mehrere österreichische Logistiker wollen bis 2030 rund 2.000 Wasserstoff-Lkw auf die Straße bringen. In einer bei Deloitte in Auftrag gegebenen Studie sind mehrere Hürden aufgetaucht. Das Hauptproblem ist, dass aus grünem Strom gewonnener Wasserstoff ungefähr dreimal so teuer ist wie Diesel und Wasserstoff-Lkw nicht 100.000 Euro, sondern eine halbe Million Euro kosten. Die Firmen wollen, dass der Staat 80 Prozent dieser Mehrkosten übernimmt, konkret 420 bis 460 Mio. Euro.

APA

Deutsche Börse kooperiert im Emissionshandel mit Börse GFEX in China

19. Jänner 2022, Frankfurt

Die Deutsche Börse kooperiert mit der chinesischen Futures-Börse GFEX. Im Rahmen der Zusammenarbeit wollen beide den Emissionshandel in China voranbringen, wie die Deutsche Börse am Mittwoch mitteilte. Vertreter beider Unternehmen unterzeichneten dazu eine entsprechende Absichtserklärung. Unter anderem sei geplant, die Entwicklung grüner Finanzprodukte und -dienstleistungen auszuloten. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt.

APA/ag

Unternehmen unterschätzen Herausforderungen durch Klimawandel

17. Jänner 2022, Wien

Viele Unternehmen unterschätzen die Geschwindigkeit des Wandels hin zu einer emissionsfreien Wirtschaft und sind entsprechend schlecht vorbereitet. Zu dieser Einschätzung kommt eine gemeinsamer Report der Boston Consulting Group (BCG) und des Weltwirtschaftsforums (WEF). Dabei könnten Firmen auch wirtschaftlich von einer Dekarbonisierung profitieren, besonders wenn sie zu den ersten in ihrer Branche gehören.

APA

Klimarat verabschiedete Manifest und vereinbarte Ziele

17. Jänner 2022, Wien

Der Klimarat der Bürgerinnen und Bürger hat am Auftakt-Wochenende bereits erste Beschlüsse gefasst. Es wurde ein "Wirkungsmanifest" verabschiedet, auch Ziele wurden vereinbart, wie es am Sonntag in einer Mitteilung hieß. Der nächste Termin steht ebenfalls schon fest. Nach der ersten Runde in Wien wird am 26. und 27. Februar in Salzburg beraten.

APA

CO2-Bepreisung erhöht Inflation um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte

12. Jänner 2022, Wien
CO2-Preis für Inflation nicht entscheidend
 - Salzburg, APA/THEMENBILD

Steigende Energiepreise und Engpässe beim Angebot werden dafür sorgen, dass die Inflation (HVPI) heuer auf 3,2 Prozent steigt, erwartet die Oesterreichische Nationalbank (OeNB). Erst 2024 dürfte die Teuerung wieder beim Zielwert der EZB von 2,0 Prozent liegen. Die CO2-Bepreisung ist aber nur zu einem sehr kleinen Teil verantwortlich für die Preissteigerungen - sie wird nur 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte zur Teuerung beitragen, heißt es in der Publikationsreihe "Inflation aktuell".

APA

CO2-Abgabe für Betriebe lässt Spielraum offen

12. Jänner 2022, Wien

Theoretisch müssen ab Juli alle Unternehmen für ihre CO2-Emissionen zahlen. In der Praxis werden die Kosten vielen rückerstattet.

Ab Juli ist, abgesehen von Industrieanlagen und Kraftwerken, die schon im EU-Emissionshandel (ETS) für Verschmutzungsrechte zahlen, kein Unternehmen von der neuen CO2 -Abgabe von zunächst 30 Euro je Tonne ausgenommen. So sieht man es jedenfalls im Klimaschutzministerium. Ganz so ist es nicht, wie ein Blick in die Details der ökosozialen Steuerreform zeigt, die den klimaschonenden Umbau der Wirtschaft antreiben soll.

Denn für besonders betroffene Sektoren im internationalen Wettbewerb ist die Rückerstattung von 65 bis 95 Prozent der Zusatzkosten vorgesehen. Auch für die Landwirtschaft gibt es Entlastungsmaßnahmen. Darüber hinaus ist eine Härtefallregelung für Unternehmen geplant, deren Energiekosten 15 Prozent der Gesamtkosten übersteigen. Nicht nur diese Regel lässt noch viele Fragen offen, die in eigenen Verordnungen geklärt werden sollen.

Die Wirtschaftskammer (WKO) spricht von einem insgesamt ausgewogenen Paket, das auf die Betriebe zukomme, und lobt, dass ein ähnlicher Weg wie in Deutschland gewählt werde. Die Kompensation für energieintensive Produktionsbereiche – aufgelistet im Anhang des Gesetzes – soll verhindern, dass klimaschädliche Emissionen in weniger umweltbewusste Länder verlagert werden (Fachbegriff: „Carbon Leakage“). Die Liste kann auf Antrag der Wirtschaftskammer noch verlängert werden. Wo Jürgen Streitner, Leiter der umweltpolitischen Abteilung in der WKO, Probleme sieht, ist die Schwelle von 15 Prozent für Härtefälle. „Das ist deutlich zu hoch“, sagt er. Denn selbst eine Handvoll Sektoren wie etwa der Kies- oder Sandabbau komme in der Praxis auch nur auf durchschnittlich rund zehn Prozent Energiekostenanteil. Im Dienstleistungsbereich liegen sie bei kaum der Hälfte. „Nach dem derzeitigen Gesetzesentwurf, wird es kaum Härtefälle geben“, sagt Streitner, und wenn, werde der Kompensationsbetrag minimal sein. Die Maßnahmen müssten aber dort ansetzen, wo es noch keine Alternativen zu fossilen Brennstoffen gebe, wie etwa bei Mittel- und Hochtemperaturprozessen oder Treibstoffen für den Schwerverkehr.

Salzburger Nachrichten

WEF-Bericht: Risiken 2022 vor allem Klimawandel und soziale Gräben

11. Jänner 2022, Cologny

Der Klimawandel und soziale Gräben in der Gesellschaft gehören nach einem Bericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) zu den größten Risiken, denen die Weltbevölkerung ausgesetzt ist. In dem Bericht über globale Risiken 2022 hat die Stiftung mehr als 1.000 Meinungsführerinnen- und -führern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft befragt. Rund 84 Prozent blickten besorgt in die Zukunft, nur elf Prozent rechneten bis 2024 mit einem beschleunigten wirtschaftlichen Aufschwung.

APA/dpa

Schweiz: Aktionärsvertreter fordern mehr Engagement gegen Klimawandel

11. Jänner 2022, Zürich

Die Schweizer Aktionärsvereinigung Actares fordert von Firmen einen stärkeren Einsatz gegen den Klimawandel. Man wolle eine proaktive und transparente Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen, hieß es in einer Aussendung vom Dienstag. Die Abstimmungskriterien von Actares seien entsprechend angepasst worden.

APA/awp/sda

Entwicklung im Gütertransport konträr zu Klimazielen

10. Jänner 2022, Wien

Obwohl seit vielen Jahren die Verlagerung des Gütertransports von der Straße auf die Schiene propagiert wird, verläuft die tatsächliche Entwicklung in Österreich gegensätzlich. Lag im Jahr 2010 der Bahn-Anteil im Landgüterverkehr noch bei 33 Prozent, sank er bis zum Jahr 2020 auf 28 Prozent. Laut dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ) ist dafür auch der Rückgang der Anschlussbahnen vom öffentlichen Bahnnetz zu Unternehmen verantwortlich, ein Umdenken täte not.

APA