In Frankreich werden AKW nach und nach wieder hochgefahren

9. Dezember 2022, Paris
EDF-CEO Luc Remont
 - Paris, APA/AFP

Kurz vor Beginn einer angekündigten Kältewelle in Frankreich sind in Frankreich wieder 40 von 56 Atomreaktoren am Netz. In den vergangenen Tagen seien vier Reaktoren wieder in Betrieb genommen worden, teilte der Akw-Betreiber EDF am Freitag mit. Wegen technischer Probleme und Wartungsarbeiten ist die Stromproduktion in Frankreich seit Monaten auf einem historischen Tiefstand.

APA/ag

RWE erhält Zuschlag für Offshore-Windpark in den USA

9. Dezember 2022, Essen
RWE will einer der US-Hauptakteure im Bereich Offshore-Windkraft sein
 - Spiekeroog, APA/dpa

Der deutsche Energieversorger RWE verstärkt seine Wachstumsambitionen in den USA. Für 157,7 Mio. Dollar (149,8 Euro) sicherte sich das Unternehmen am Mittwoch in einer Auktion ein Pachtgebiet für die Entwicklung eines Offshore-Windparks mit bis zu 1,6 Gigawatt.

APA/ag

Burgenland: Grüner Wasserstoff soll Stromnetz entlasten

7. Dezember 2022, Wien
Wasserstoff soll Sonnen- und Windenergie speichern
 - Wien, APA/THEMENBILD

Die bestehenden Stromnetze sind ausgelastet und auch ein Ausbau wird nicht ausreichen, um den mit Windkraft und Photovoltaik erzeugten Strom zu den Verbrauchern zu bringen, sagt Netz-Burgenland-Geschäftsführer Wolfgang Trimmel. Abhilfe könnte ein Projekt bringen, das grünen Wasserstoff aus dem Burgenland nach Wien bringen soll. Das Projekt soll im ersten Quartal 2023 zur Genehmigung eingereicht werden, "2027 könnte man schon was sehen", so Trimmel.

APA

Grünes Licht für zwei neue Wasserkraftwerke in Salzburg

6. Dezember 2022, Salzburg

Der Aufsichtsrat der Salzburg AG hat am Dienstag Grünes Licht für den Bau von zwei weiteren Wasserkraftwerken gegeben. An der Salzach soll im Bereich des Pass Lueg gemeinsam mit dem Verbund das Laufkraftwerk Stegenwald errichtet werden, und im Pinzgau wird im Obersulzbachtal bei Neukirchen das Kraftwerk Sulzau errichtet. Die beiden Projekte sind Teil eines 252 Millionen Euro schweren Investitionsprogrammes, das der Aufsichtsrat heute auf den Weg gebracht hat.

APA

Strompreisbremse ja, Gaspreisbremse nein

2. Dezember 2022

Die Strompreisbremse wird für Mehrpersonenhaushalte noch stärker angezogen, gegen einen Gaspreisdeckel, wie ihn immer mehr Stimmen fordern, legt sich Finanzminister Magnus Brunner aber quer. Er sinniert über intelligentere Wege.

Viele Stromkunden in Österreich haben schon Bekanntschaft gemacht mit den exorbitant gestiegenen Preisen für elektrische Energie, in einigen westlichen Bundesländern stehen Preiserhöhungen Anfang 2023 an. Dann aber soll bereits die Strompreisbremse wirken. Diese tritt heute, Donnerstag, in Kraft. Sie soll, und das ist neu, eine höhere Bremswirkung dort entfalten, wo mehr als drei Personen zusammenleben.

Das ist die Antwort der Regierung auf die Kritik, Haushaltsgrößen seien gar nicht berücksichtigt worden. Nun kommt zum Grundmodell, von dem alle Strombezieher und Strombezieherinnen bis zu einer gewissen Höhe profitieren, ein Top-up-Modell. „Damit haben wir die Möglichkeit einer zusätzlichen Entlastung, wo auch die Haushaltsgröße berücksichtigt ist“, sagte Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) bei der Präzisierung des Pakets am Mittwoch.
Für Haushalte mit mehr als drei Personen soll für jede zusätzliche Person ein Kontingent von weiteren 350 Kilowattstunden (kWh) bis zu 30 Cent gefördert werden. Das bringe eine zusätzliche Ersparnis von 100 Euro pro Person und Jahr, ergänzte Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne). Das Grundmodell, bei dem die Regierung den Strompreis für die ersten 2900 kWh bei zehn Cent deckelt und maximal 30 Cent drauflegt, bringe 500 Euro Einsparung pro Haushalt und Jahr, erinnerten beide Minister. Die 2900 kWh entsprechen etwa 80 Prozent des Jahresverbrauchs eines Durchschnittshaushalts in Österreich.

Die Strompreisbremse soll vom 1. Dezember 2022 bis 30. Juni 2024 wirken. Dafür muss weder ein Antrag gestellt noch ein Formular ausgefüllt werden. Einzige Voraussetzung ist, dass es einen aufrechten Stromliefervertrag gibt und einen Zählpunkt. Die Abwicklung erfolgt über den Stromlieferanten.

„Wir setzen das ab 1. Dezember um“, sagte der Präsident von Österreichs Energie, Verbund-Chef Michael Strugl.

Der Standard

Bremsefür die hohen Strompreise

2. Dezember 2022, Wien

Ab 1. Dezember wird ein Teil der Stromrechnung mit Steuergeld subventioniert. Wer profitiert, wer nicht und wer noch warten muss. Haushalte müssen nichts tun, um die Zuschüsse zu bekommen.

Viele Stromkunden haben jüngst Post von ihren Energieversorgern bekommen. Nicht selten ging es um die nächste Erhöhung der Strompreise, da und dort gab es auch „Informationen zum Zuschuss des Bundes“, besser bekannt als Strompreisbremse. Die gilt ab heute, 1. Dezember, bis Juni 2024 und bewirkt, dass Haushalte für bis zu 2900 Kilowattstunden (kWh) jährlich maximal zehn Cent netto zahlen. Die Differenz zum tatsächlichen Strompreis (bis maximal 40 Cent) ersetzt der Bund den Versorgern aus Steuergeld.

Der Zuschuss soll verhindern, dass – erfolgte, angekündigte oder kommende – Strompreiserhöhungen voll auf die Haushalte durchschlagen. Der Staat könne die Teuerung nicht zur Gänze kompensieren, aber abfedern, sagte Finanzminister Magnus Brunner am Mittwoch. In Summe machten die Hilfspakete bereits 37 Mrd. Euro aus, die Strompreisbremse allein 4 Mrd. Euro.

Ein durchschnittlicher Dreipersonenhaushalt in Salzburg, mit 3500 kWh Jahresstromverbrauch, erspart sich durch die staatliche Zuzahlung 2023 (ab Jänner steigt der Arbeitspreis von 11,34 auf 27 Cent) 518 Euro netto. Bei einem Haushalt mit 1500 kWh sind es immerhin 285 Euro, bei echten Vielverbrauchern mit beispielsweise 9000 kWh rund 500 Euro. Denn über 2900 Kilowattstunden ist der volle Preis zu zahlen, was bedeutet, dass sich der Energieteil auf der Stromrechnung verdoppelt. Damit bleibe der Anreiz, Strom zu sparen, erhalten, betonte Klimaministerin Leonore Gewessler.

Salzburger Nachrichten

Der Schweizer Plan für Strommangel

2. Dezember 2022, Bern

Notfall. Waschen bei 40 Grad, 100 km/h auf den Straßen, keine Leuchtreklame: Der Stufenplan des Bundesrates ist detailliert und betrifft Großbetriebe wie Haushalte. Die Kontrolle wird schwierig.

Vor ziemlich genau einem Jahr verdutzte Guy Parmelin die Schweizer Öffentlichkeit, und vor allem verärgerte er Energieministerin Simonetta Sommaruga. In einem statisch wirkenden Video, das Ruhe ausstrahlen sollte — im Gegensatz zum vermittelnden Inhalt —, warnte Parmelin vor einer Strommangellage, "neben der Pandemie die größte Gefahr für die Versorgung der Schweiz". Es sei wichtig, vorauszuplanen, so der damalige Bundespräsident und konservative Wirtschaftsminister. Und im Oktober des Jahres 2021 fragten sich sowohl die Bevölkerung als auch das Energieministerium: Welche Strommangellage? Lehnte sich Parmelin ohne Not nicht gar weit aus dem Fenster?
Nicht weit genug, das weiß ganz Europa seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und den daraus resultierenden Energie-Engpässen. Dabei rechnete vor einem Jahr Sommarugas Ministerium selbst vor, dass Stromengpässe im Winter 2025 virulent sein könnten. Denn im Sommer kann sich die Schweiz zwar gänzlich selbst mit Strom versorgen, im Winter jedoch ist die Alpenrepublik auf Importe angewiesen. Nun hat Parmelin angesichts der verschärften Lage einen Notfallplan für ebenjene Strommangellage präsentiert, der in der Konsequenz einen Blackout, also einen Totalausfall, verhindern soll. Der Plan ist äußerst detailliert und umfasst vier Eskalationsstufen, wobei die erste eigentlich jetzt schon greift — nämlich der Aufruf an die Bevölkerung, freiwillig Strom zu sparen.

Keine Laubbläser

In einer zweiten Stufe verbietet der Bundesrat stromfressende Geräte, die nicht lebensnotwendig sind. Das sind beispielsweise Leuchtreklame und Schaufensterbeleuchtungen, aber auch Laubbläser. In öffentlichen Sanitäranlagen soll das warme Wasser abgedreht werden, Haushalte sollen Wäsche nur mehr bei 40 Grad waschen. Rolltreppen und Lifte werden abgeschaltet, Saunas und Schwimmbäder müssen schließen oder können nur eingeschränkt funktionieren. Entschärft sich die Situation nicht, werden die Öffnungszeiten für den Handel reduziert. Privatwohnungen dürfen nur mehr bis 18 Grad geheizt werden, Skilifte müssen stillstehen, Clubs und Freizeiteinrichtungen werden geschlossen.
Die dritte Eskalationsstufe sieht die Kontingentierung von Strom vor, das betrifft vor allem die 34.000 Großbetriebe, die die Hälfte des Schweizer Stroms fressen. Der Bundesrat argumentiert hier mit besserer Kontrolle, da die Stromzähler in den Betrieben den Verbrauch "im zeitlichen Verlauf" messen und die Messungen dem Verteilnetzbetreiber automatisiert übermittelt werden. Sonderregelungen gelten jedoch für die Bundesbahnen. In dieser Eskalationsstufe wird auch die Bevölkerung angehalten, auf E-Autos weitgehend zu verzichten — was freilich die Autoimportbranche erzürnt. Recht wenig Resonanz rief hingegen der Plan hervor, den Verkehr auf den Straßen auf 100 km/h zu reduzieren, um die Rohstoffe woanders einsetzen zu können.

Die Presse

Wie man einen österreichweiten Stromausfall übersteht

1. Dezember 2022

Bei einem Planspiel wird der Ausfall der Stromversorgung und der Umgang damit geprobt

Simulation. Bei einem Blackout, also einem überregionalen, länger andauernden Stromausfall, funktioniert nichts mehr wie gewohnt. Wer besser auf so eine Situation vorbereitet ist, kann mit den Folgen besser umgehen und das Stromnetz schneller wieder in Gang bringen. Deshalb veranstaltete der Verein Kompetenzzentrum Sicheres Österreich (KSÖ) heuer bereits zum zehnten Mal ein Blackout-Planspiel.

Im Wiener Raiffeisen-Forum wurden am Dienstag Vertreter von Infrastrukturbetreibern aus unterschiedlichen Sektoren (Energieversorgung, Telekommunikation, Verkehr, Finanzen, Wasser, Lebensmittel, Gesundheit etc.) mit einem Szenario konfrontiert und sollten durchspielen, wie sie darauf reagieren würden.

Wie 2021, nur schlimmer

Das Szenario für das aktuelle Planspiel lehnt sich an einen Vorfall aus dem Jänner 2021 an. Damals war es durch einen technischen Defekt in einem Umspannwerk in Kroatien zu einer Kettenreaktion gekommen, die sich auf ganz Europa auswirkte. Während damals innerhalb einer Stunde der Normalzustand wiederhergestellt werden konnte, kam es im Planspiel zu einem Blackout, der nicht nur Österreich betrifft. Die Aktivitäten der Planspiel-Teilnehmer wurden erfasst und auf einer digitalen Plattform simuliert. Dadurch soll sichtbar werden, welche Auswirkungen einzelne Maßnahmen haben, welche Kaskadeneffekte dadurch entstehen und wie die Zusammenarbeit der einzelnen Sektoren funktioniert.

Kurier

Österreichs Klage gegen Ungarns AKW Paks II abgewiesen

30. November 2022, Luxemburg/Brüssel
Vorbereitung für den Bau von PAKS II laufen
 - Paks, APA/AFP

Das Gericht der Europäischen Union hat die österreichische Klage (T-101/18) gegen staatliche Beihilfen Ungarns für zwei neue Kernreaktoren des Atomkraftwerks Paks abgewiesen. Das gaben die Luxemburger Richter am Mittwoch bekannt. Österreich hatte u.a. geltend gemacht, dass ein Vergabeverfahren hätte durchgeführt werden müssen und dass die Beihilfen zu unverhältnismäßigen Wettbewerbsverzerrungen führen. Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) kritisierte das Urteil scharf.

APA