Burgenland will PV auf Freiflächen des Landes beschränken

2. Oktober 2020, Eisenstadt
PV-Diskussion im Burgenland - Sieversdorf, APA/ZB

Im Burgenland soll die Errichtung von Photovoltaikanlagen in der Freifläche ab einer Größe von 100 Quadratmetern auf Flächen, über die das Land selbst oder eine 100-prozentige Tochtergesellschaft verfügt, beschränkt werden. Das sieht die Novelle des Raumplanungsgesetzes, die sich derzeit in Begutachtung befindet, vor. Damit würden private Anlagenbetreiber ausgeschlossen, kritisierte der Bundesverband Photovoltaic Austria, wie am Freitag auch der „Kurier“ berichtete.

Neben den privaten Betreibern sei aber etwa auch die Energie Burgenland, die sich im Teilbesitz des Landes befinde, ausgeschlossen, betonte Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender von Photovoltaic Austria. Effiziente Photovoltaik-Standorte blieben dadurch ungenützt, Wettbewerb werde verhindert, Vorarbeiten würden wertlos und der Photovoltaik-Ausbau gedrosselt, sagte er.

Freiflächenanlagen mit einer Größe von 100 Quadratmetern hätten eine Leistung von rund 14 Kilowatt. Das sei relativ wenig, hieß es von Photovoltaic Austria auf APA-Anfrage. Eine derartige Leistung könne etwa auch von größeren Anlagen auf Dächern von Unternehmen erzielt werden.

„Wir kritisieren den vorgelegten Entwurf und die damit einhergehende Bevorzugung des Landes beim PV-Ausbau im Burgenland auf das Schärfste. Wichtige Treiber gänzlich von der Energiewende auszuschließen, können wir uns bei den großen Herausforderungen schlicht nicht leisten“, meinte Paierl. Das Gesetz bedeute eine Rückkehr „in uralte Strom-Monopolzeiten“. Die Photovoltaik-Offensive des Landes, die eine Verzehnfachung der Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen vorsehe, werde dadurch torpediert.

Zudem werde auch der Kampf gegen die Klimakrise konterkariert. „Sich selbst ‚Land der Sonne‘ zu nennen und dann nicht diesem Credo nach zu handeln, verwundert uns sehr“, betonte Paierl. Das Gesetz sehe zudem eine jährliche Landesabgabe für die Nutzung der Freifläche vor, was eine zusätzliche Hürde darstelle. Dass die Pachtentgelte für die Nutzung der Fläche durch das Land per Verordnung festgelegt würden, führe dazu, dass den Grundeigentümern die Wahl des Photovoltaik-Partners und die Entscheidung über die wirtschaftlichen Bedingungen einer Verpachtung entzogen werde.

Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) hatte dahingehend betont, dass größere Freiflächenanlagen nur auf Landes-Flächen errichtet und nicht privaten Betreibern überlassen werden sollen, „um etwaige negative Auswirkungen auf Natur und Landschaft möglichst gering zu halten“. Es würden deshalb auch spezielle Eignungszonen ausgewiesen.

APA

Ähnliche Artikel weiterlesen

Auch MAN erhöht Tempo beim Laden von Elektro-Lkw

19. Juli 2024, Plattling
MAN setzt auf stärkere Ladestationen
 - München, APA/dpa

IEA ortet rasanten Anstieg des weltweiten Stromverbrauchs

19. Juli 2024, Wien/Paris
Erneuerbare wachsen nicht so schnell wie der Stromverbrauch
 - Altentreptow, APA/dpa (Themenbild)

Luftfahrtbranche drängt auf Lockerungen bei grünem Kerosin

18. Juli 2024, Wien
Nachhaltiges Kerosin: zu wenig und zu teuer
 - Frankfurt/Main, APA/dpa

Windkraft-Ausbau in Deutschland mit wenig Rückenwind

18. Juli 2024, Berlin
Kein Rückenwind in deutscher Windkraft
 - Sieversdorf, APA/dpa