Ausbau des AKW Dukovany verkompliziert sich

26. November 2020, Prag
Das AKW Dukovany (Archivbild)
 - Dukovany, AFP

Der Ausbau des südmährischen AKWs Dukovany verkompliziert sich wieder. Der zu 70 Prozent staatliche Tschechische Energiekonzern CEZ soll laut Plan die Ausschreibung für den Bau eines fünften Blocks bis Ende des Jahres starten, allerdings zieht Ministerpräsident Andrej Babis plötzlich die Bremse. Die Ausschreibung sei „noch nicht vorbereitet“ und „die Regierung sollte über „eine so wichtige Sache nicht zehn Monate vor den Parlamentswahlen entscheiden“, sagte Babis.

Der tschechische Premier verwies laut Medienberichten am Donnerstag darauf, dass immer noch die entsprechenden Verhandlungen mit der EU-Kommission liefen, die alles genehmigen müsse. Dies werde 1,5 Jahre dauern, so der Ministerpräsident. Am vergangenen Montag hätte sich der sogenannte Sicherheitsrat mit dem Thema befassen sollen. Die Tagung wurde aber auf unbestimmte Zeit verschoben.

Laut Medien könnten die Verzögerungen auf Streitigkeiten zurückzuführen sein, ob die Bewerber aus Russland und China zu der Ausschreibung zugelassen werden sollten. Die tschechischen Geheimdienste sowie die liberal-konservative Opposition warnen aus Sicherheitsgründen davor. Demgegenüber wollen CEZ, Industrieministerium sowie Staatspräsident Milos Zeman keine Bewerber im Voraus von der Ausschreibung ausschließen, hieß es.

An dem lukrativen Auftrag, dessen Wert vorläufig auf 162 Mrd. Kronen (6,19 Mrd. Euro) geschätzt wird, sind auch Firmen aus den USA, Frankreich und Südkorea interessiert. Die Entscheidung über den Lieferanten der Technologie ist im bisherigen Plan für 2022, der Baubeginn für 2029 und die Inbetriebnahme des neuen Blocks für 2036 vorgesehen.

Die Finanzierung des Ausbaus von Dukovany will der Staat zu 70 Prozent übernehmen. Die restlichen 30 Prozent und etwaige Zusatzkosten soll die CEZ tragen.

APA

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