Keine Ausschreibung für Ausbau Dukovanys bis Ende 2020

10. Dezember 2020, Prag
Archivbild des Atomkraftwerks
 - Dukovany, APA/AFP

Die Ausschreibung für den Ausbau des südmährischen Atomkraftwerks Dukovany wird es nicht – wie geplant – bis Ende dieses Jahres geben. Dies bestätigte laut Medienberichten vom Donnerstag der tschechische Vizeministerpräsident und Industrieminister Karel Havlicek. Einer der Gründe für die Verzögerungen seien Sicherheitsbedenken, weil an dem lukrativen Auftrag, der auf rund sechs Mrd. Euro geschätzt wird, auch Firmen aus Russland und China interessiert sind, hieß es.

Laut Havlicek gibt es jetzt mehrere Varianten. Er selbst sieht als aussichtsreichste Möglichkeit, dass die Firmen aus Russland und China nur eingeschränkt zugelassen würden, etwa als Mitglieder von Konsortien, in denen sie keine führende Rolle spielen. Eine Variante sei auch, dass die Ausschreibung auf einen Termin nach den für Herbst 2021 geplanten Parlamentswahlen verschoben wird.

An dem Auftrag, in dem es um den Aufbau eines fünften Blocks in Dukovany geht, sind bisher die US-Firma Westinghouse, die französische EdF, die südkoreanische KHNP, die russische Rossatom und die chinesische CGN interessiert. Die liberal-konservative Opposition kritisiert eine eventuelle Teilnahme von Rossatom und CGN an der Ausschreibung aus Sicherheitsgründen scharf.

Kürzlich hatte sich Ministerpräsident Andrej Babis für eine Verschiebung der Ausschreibung ausgesprochen. Er argumentierte, sie sei „noch nicht vorbereitet“ und die Regierung sollte über „eine so wichtige Sache nicht zehn Monate vor den Parlamentswahlen entscheiden“.

Die Finanzierung des Ausbaus von Dukovany will der Staat zu 70 Prozent übernehmen. Die restlichen 30 Prozent und etwaige Zusatzkosten soll der Tschechische Energiekonzern (CEZ), der zu 70 Prozent dem Staat gehört, tragen.

APA

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