Ukraine beendete Testphase für Zwischenlager bei Tschernobyl

15. Dezember 2020, Kiew

Die Ukraine hat die sogenannte „heiße Phase“ der Tests eines neuen Zwischenlagers beim ehemaligen Kernkraftwerk Tschernobyl abgeschlossen. Die Genehmigung für die Inbetriebnahme werde für April 2021 erwartet, teilte der Chef der ukrainischen Atomaufsichtsbehörde, Grigori Platschkow, der staatlichen Nachrichtenagentur Ukrinform am Montag mit. Die zweite Testphase war Anfang September gestartet.

Eingelagert werden sollen abgebrannte Elemente von drei der vier zwischen 1970 und 2000 im Kernkraftwerk betriebenen Atomreaktoren. Diese befinden sich bisher in einem 1986 in Betrieb genommenen Nasslager sowjetischer Bauart. Insgesamt müssen offiziellen Angaben zufolge über 21.000 radioaktive Brennelemente in Spezialbehältern in das neue Trockenlager überführt und einbetoniert werden. Das Zwischenlager soll eine gefahrlose Verwahrung des Atommülls für 100 Jahre garantieren. Die Baukosten wurden mit über 410 Millionen Euro beziffert.

Die Explosion des Blocks vier im damals noch sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl im April 1986 gilt als die größte Atomkatastrophe der zivilen Nutzung der Kernkraft. Infolge dessen wurden radioaktiv verstrahlte Landstriche um die Atomruine gesperrt. Es gab tausende Tote und Verletzte. Zehntausende Menschen wurden zwangsumgesiedelt.

Im Bau befindlich ist zudem ein weiteres Atomzwischenlager für drei der vier aktuell betriebenen ukrainischen Atomkraftwerke. Derzeit bezieht die Ex-Sowjetrepublik über die Hälfte ihres Stroms aus der Kernkraft.

APA/dpa

Ähnliche Artikel weiterlesen

Ungarn lehnt EU-Sanktionen gegen russische Atomwirtschaft ab

27. Jänner 2023, Kiew (Kyjiw)/Moskau/Budapest
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban
 - Budapest, APA/AFP

Russland: Gas- und Öleinnahmen um 34 Mrd. Euro gestiegen

16. Jänner 2023, Kiew (Kyjiw)/Moskau
Gazprom erhöhte Gaslieferungen nach China
 - Saint Petersburg, APA/AFP

Schwedische Regierung ebnet Weg für neue Kernkraftwerke

11. Jänner 2023, Stockholm/Kiew (Kyjiw)/Moskau
Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson
 - Paris, APA/AFP

Unabhängigkeit von Russland-Gas kein Selbstläufer

11. Jänner 2023, Wien/Kiew (Kyjiw)/Moskau
Vizekanzler Werner Kogler beim APA-Interview
 - Wien, APA/ROLAND SCHLAGER