Grüne Altersvorsorge-Investments fördern Klimafreundlichkeit

11. Jänner 2021, Wien

„Grüne Investments“ in der betrieblichen Altersvorsorge werden weiter zunehmen – und ein Ausbau dieser Investments fördert den Umbau zu einer klimafreundlichen Wirtschaft, sagt das Institut für Höhere Studien (IHS) in einer Studie. Zugleich kann eine Steigerung grüner Investments mögliche Strafzahlungen Österreichs bei einer Klimaziel-Verfehlung hintanhalten. Das grüne Ansparen in Pensionskassen sollte steuerfrei gehalten werden, Niedrigverdiener einen Ausgleich bekommen.

Für viele Anleger seien mittlerweile neben Rendite und Risiko auch nachhaltige Aspekte relevant, hieß es am Montag zu der noch unter IHS-Chef Martin Kocher erstellten Expertise, der mittlerweile zum neuen Arbeitsminister angelobt worden ist. Zu einer noch stärkeren Berücksichtigung grüner Investments werde die Einführung eines einheitlichen EU-Klassifikationssystems für grüne Aktivitäten bringen, wie es seitens der Europäischen Union im Aktionsplan „Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ vorgesehen sei.

Den Fokus legt die Studie auf die Pensionskassen, die derzeit 25 Mrd. Euro veranlagt haben. Eine „grüne Pensionsvorsorge“ könnte dort durch „grüne Veranlagungsgemeinschaften“ unterlegt werden, meint das IHS. Das könnte aus Sicht des Instituts ein Optieren von Arbeitnehmern in die grünen Veranlagungsgemeinschaften (VRG) ermöglichen und eine Steuerbefreiung oder -begünstigung auslösen. Denn Organisationen wie EU oder OECD favorisieren zur steuerlichen Behandlung das international übliche „EET-Prinzip“, wonach erst in der Auszahlungsphase besteuert werden soll, aber nicht in der Ansparphase (exempt-exempt-taxed). Mit einem Arbeitnehmer-Wechsel in eine grüne VRG würden automatisch auch die Beiträge der Arbeitgeber in diesen Topf erfolgen. Bewerkstelligt werden könnte das nach IHS-Meinung auch über das bestehende „Lebensphasenmodell“ der Pensionskassen. Für Geringverdiener sollte ein Ausgleich überlegt werden, da diese von einem Steuervorteil nicht profitieren würden.

Für die Wirtschaftsleistung und die Umwelt sei eine „grüne Pensionsvorsorge“ positiv, sie könnte somit zu einer „doppelten Dividende“ führen, heißt es in einer Aussendung des IHS zu der Studie im Auftrag der VBV-Betriebliche Altersvorsorge AG, die ursprünglich am Dienstag mit dem Institutsleiter Kocher präsentiert werden sollte. Die öffentliche Hand müsse zwar zunächst auf Steuereinnahmen verzichten, würde aber in der Zukunft höhere Steuereinnahmen lukrieren. Eine Vorgängerstudie habe gezeigt, dass bei einem vergleichbaren Ansatz die wirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse positiv ausfalle, da die positiven direkten, indirekten und induzierten Effekte die Kosten für die öffentliche Hand übersteigen.

APA

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