Niederösterreich präsentierte Klima- und Energieprogramm bis 2025

19. Jänner 2021, St. Pölten

Mit dem Klima- und Energieprogramm für die Umsetzungsperioden 2021 bis 2025 ist der erste Teil des Fahrplans zu Niederösterreichs Klima- und Energiezielen bis 2030 vorgestellt worden. Vorgesehen sind laut Aussendung 353 Maßnahmen. „Mithilfe von Innovationen, Förderungen, nachhaltiger Beschaffung, gesetzlichen Vorgaben und Bewusstseinsbildung setzen wir neue Maßstäbe zum Schutz unseres Klimas“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

Bis 2030 sollen Treibhausgasemissionen um 36 Prozent gesenkt, die Stromerzeugung durch Photovoltaik verzehnfacht und die Leistung aus Windkraft verdoppelt werden. „Darüber hinaus sollen 10.000 sogenannte Green Jobs geschaffen werden“, rechnete Mikl-Leitner vor. Die Landesverwaltung will laut LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) eine Vorbildfunktion erfüllen, denn bis 2035 sollen all ihre Gebäude mithilfe von Photovoltaik-Anlagen und Begrünung klimaneutral werden. Auch der Fuhrpark soll mit Ausnahme von Einsatz- und Sonderfahrzeugen bis 2027 keine Pkw mit Verbrennungsmotoren mehr aufweisen.

Für die Energiewende in Niederösterreich müsse noch das Erneuerbaren Ausbau Gesetz (EAG) Mitte Februar im Bund verabschiedet werden. Dieses regle „Fördermodalitäten für Wind, Wasser, Sonnenkraft und Biomasse“, stoße Investitionen von 550 Mio. Euro an und sorge für sauberen Strom für 425.000 Haushalte, erklärte Pernkopf. „Das wäre auch ein enormer Schub für die heimische Wirtschaft und Green Jobs“, hielt er fest. 2020 habe es bereits 1.000 Förderberatungen bei den Gemeinden für klimaschonende Maßnahmen gegeben.

Jährlich sollen zudem 680 Mio. Euro in den ökologischen Wohnbau fließen. „Damit werden 5.500 Wohneinheiten energieeffizient errichtet oder saniert“, so der Landeshauptfrau-Stellvertreter. Für die rund 90.000 bestehenden Ölheizungen im Bundesland sei ein langfristiger Ausstiegsplan vorgesehen.

Bereits vor Weihnachten waren 1,35 Mrd. Euro für den Ausbau der Bahninfrastruktur in Wald- und Weinviertel vereinbart worden. Mit weiteren Maßnahmen wie Anrufsammeltaxis, Rufbussen und Carsharing soll die Mobilitätswende im Bundesland geschafft werden.

Der Umweltdachverband (UWD) begrüßte das vorgestellte Programm. „Angesichts der Dringlichkeit der Klima- und der Biodiversitätskrise muss dieses Motto als echtes Gelübde gelten, das sich alle Bundesländer und auch die Bundesregierung auf die Fahnen schreiben sollten“, teilte Geschäftsführer Gerald Pfiffinger per Aussendung mit. Dennoch forderte der UWD mehr Engagement in Bezug auf Energieeffizienz und Verbrauchsreduktion.

Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer NÖ (WKNÖ), bezeichnete die Vorhaben als „zukunftsorientiert und verantwortungsvoll“. Mit dem Photovoltaik-Ausbau, der Errichtung privater Ladestationen für E-Autos, der Umstellung auf „grünes“, also synthetisches und umweltfreundliches Gas und dem Austausch von Ölkesseln könne die Wirtschaftsleistung um „12,6 Prozent oder 7,7 Milliarden Euro“ gesteigert werden. Dies schaffe „63.700 Langzeitarbeitsplätze“.

Die Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV-NÖ) freute sich ebenfalls über die vorgestellten Pläne, wünschte sich jedoch auch Investitionen in die Qualität der Stromversorgung und den Netzausbau. „Die Maßnahmen im Bereich Klimaschutz dürfen nicht zulasten unserer internationalen Wettbewerbsfähigkeit gehen“, hielt Präsident Thomas Salzer fest.

APA

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