Offshore-Windkraft fordert politische Impulse

21. Jänner 2021, Düsseldorf
Offshore-Windpark "Butendiek" in der Nordsee
 - ---, APA/dpa

Der Ausbau von Windenergie in der deutschen Nord- und Ostsee ist ins Stocken geraten. Die Branche fordert daher von der Politik, die Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau zu schaffen. „Wir halten es für erforderlich, dass wir ein ganz klares politisches Signal brauchen, dass pragmatische Lösungen zu suchen sind, um die Ausbauziele zu erreichen“, sage Stefan Thimm, Geschäftsführer des Bundesverbandes Windparkbetreiber Offshore (BWO) am Donnerstag.

Nutzungskonflikte mit Schifffahrt und Naturschutz müssten pragmatisch gelöst werden. Um die Ziele dauerhaft abzusichern und eine europäische Planung zu ermöglichen, benötige Deutschland zudem ein Ausbauziel für 2050 und internationale Kooperationen.

Im vergangenen Jahr gingen lediglich 32 Offshore-Anlagen mit einer Leistung von 219 Megawatt (MW) ans Netz, wobei im zweiten Halbjahr keine Windturbine installiert wurde. Im Jahr zuvor waren es noch 160 neue Anlagen. Auch 2021 ist kein Neubau geplant. Grund dafür seien die staatlich verordneten Ausbau-Kürzungen aus dem Jahr 2013, die wegen der langen Planungsräume nun nachwirkten, erklärte Heike Winkler, Geschäftsführerin vom Branchennetzwerk für die Windenergie (WAB eV). Die Ausbaulücke werde sich erst ab 2025 schließen. Bis dahin bliebe der Zubau von Offshore-Windenergie verhalten. Das sorge bei den Unternehmen für finanziellen Druck, so Winkler. „Die Lieferkette benötigt schneller mehr Bauaktivitäten in Nord- und Ostsee.“ Daher müsse geprüft werden, ob die für 2026 geplanten Inbetriebnahmen vorgezogen werden könnten.

Derzeit liefern 1.501 Anlagen auf hoher See 7,77 Gigawatt (GW) Strom. Die Bundesregierung hat 20 GW als Ziel für 2030 ausgegeben. Zuvor lag das Ziel für Windenergie von Nord- und Ostsee bei 15 GW.

Die Branchenvertreter forderten zudem klare Ziele für „grünen“ Wasserstoff aus Offshore-Wind. Es seien erst zwei Flächen vorgesehen, ohne Anbindung, weder Kabel noch Pipeline. „Es braucht eine klare Zielvorgabe für Wasserstoff“, forderten sie. Wasserstoff gilt als ein Schlüssel für die Energiewende und für die Umsetzung der Klimaschutzziele. So kann er etwa bei der Stahlerzeugung eingesetzt werden und damit den Kohlendioxidaussstoß senken. Ein großer Teil wird jedoch voraussichtlich importiert werden müssen. Bei der Produktion wird viel Strom verbraucht. Daher soll der Wasserstoff mit Hilfe Erneuerbarer Energien produziert werden. Der Energietechnik-Konzern Siemens Energy und der Windturbinenhersteller Siemens Gamesa wollen die Herstellung von Wasserstoff mit einer neuen Technologie marktreif machen.

APA/ag

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