Hamburg plant Mega-Projekt zur Wasserstoff-Erzeugung

22. Jänner 2021, Hamburg

Die Stadt Hamburg will zusammen mit Partnern aus der Energiewirtschaft und der Industrie ein Vorzeigeprojekt zur Erzeugung von grünem Wasserstoff auf die Beine stellen. Geplant ist eine mit Strom aus Windkraft gespeiste Elektrolyse-Anlage mit einer Leistung mit mindestens 100 Megawatt, wie die deutsche Hansestadt und die Unternehmen Shell, Vattenfall und Mitsubishi Heavy Industries am Freitag mitteilten.

Dazu sei eine Absichtserklärung unterzeichnet worden. Vorbehaltlich einer finalen Investitionsentscheidung solle die Wasserstofferzeugung am Kraftwerksstandort in Hamburg-Moorburg im Jahr 2025 starten. Damit wäre die Anlage eine der größten in Europa.

Die Partner bemühen sich um Fördermittel, mit denen die EU Projekte von gemeinsamem europäischem Interesse (IPCEI) anschiebt. Der Antrag dafür soll mit einer ersten Projektskizze noch im ersten Quartal gestellt werden. Der Standort in Moorburg hat aus Sicht der vier Partner über ideale Voraussetzungen für die weitere Nutzung. Er sei sowohl an das nationale Strom-Übertragungsnetz als auch an das Netz der Stadt Hamburg angeschlossen. Außerdem könnten Überseeschiffe dort anlegen und die Kai- und Hafenanlage als Importterminal nutzen.

„Das Gasleitungsnetz im Hafen und rund um Moorburg wird ab sofort ausgebaut für Wasserstoff, um Industrie und große Betriebe zu beliefern“, erklärte Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) sagte: „Über den 380-kV-Anschluss und die Verbindung zu Brunsbüttel haben wir direkten Zugriff auf die Versorgung mit grünem Strom aus der Windkraft – und damit die Möglichkeit, tatsächlich grünen Wasserstoff in relevanten Mengen zu produzieren.“ Im Umkreis seien zahlreiche potenzielle Abnehmer angesiedelt. Ziel sei, Hamburg als Startpunkt für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Norddeutschland zu entwickeln. Denkbar sei dort außerdem eine Energieerzeugung aus Biomasse.

In Moorburg hatte Vattenfall ein großes Kraftwerk betrieben, das im Zuge des Kohleausstiegs unlängst abgeschaltet wurde. Auf einem Teil des Geländes soll der Wasserstoff-Elektrolyseur errichtet werden.

APA/ag

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