Shell kann in England wegen Umweltschäden in Nigeria verklagt werden

12. Feber 2021, London

Der Ölkonzern Shell kann wegen Umweltschäden in Nigeria von dortigen Betroffenen auch vor englischen Gerichten verklagt werden. Das entschied der britische Supreme Court am Freitag in London. Hintergrund ist der bereits seit Jahren andauernde Rechtsstreit zweier nigerianischer Gemeinden mit dem britisch-niederländischen Konzern, die einem nigerianischen Tochterunternehmen von Shell vorwerfen, mit Öl-Lecks großflächige Umweltschäden im Niger-Delta angerichtet zu haben.

Kürzlich hatte bereits das Berufungsgericht im niederländischen Den Haag entschieden, dass Shell die Bauern in Nigeria für Ölverschmutzung entschädigen muss. Das Unternehmen sei haftbar für Verseuchungen durch Öl-Lecks 2004 und 2005, hieß es.

Ein Sprecher von Shell bezeichnete die Entscheidung des Supreme Courts als „enttäuschend“. Der Konzern macht für die Umweltschäden kriminelle Machenschaften und Saboteure verantwortlich. Zuvor hatte Shell zudem argumentiert, in Europa nicht rechtlich haftbar für das nigerianische Tochterunternehmen zu sein.

Die Anwälte der Kläger begrüßten das Urteil und sagten, die Entscheidung werde es internationalen Konzernen künftig erschweren, ähnliche Klagen zu blockieren. Mark Dearn von der Corporate Responsibility Coalition UK sagte: „Es sendet eine klare Botschaft an multinationale Unternehmen wie Shell: Sie haben eine Sorgfaltspflicht, und sie werden für Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden, die ihre Tochterunternehmen verursachen, zur Verantwortung gezogen.“

APA/dpa

Ähnliche Artikel weiterlesen

EU-Parlament für weniger Methan-Ausstoß im Energiesektor

11. April 2024, Brüssel
Melde- und Überwachungspflichten gelten auch für Importe von Gas, Öl und Kohle
 - Sodegaura, APA/AFP/JIJI PRESS

Nordsee-Anrainer wollen Unterwasserinfrastruktur schützen

9. April 2024, London
Anlass ist die Sprengung der Nord-Stream-Gaspipelines
 - Dueodde, APA/AFP/DANISH DEFENCE

Rekord-Monat: März wärmer als jeder vorherige

9. April 2024, Reading
Der warme März sorgte für eine ungewöhnlich frühe Marillenblüte
 - Kittsee, APA

Gasfund in Molln – Weitere Tests nötig

25. März 2024, Molln
Alan Reingruber: "Brauchen mehr Details"
 - Wien, APA/GEORG HOCHMUTH