Zwei Nord-Stream-2-Verleger bis Ende September in Dänemark

5. März 2021, Wismar

Das am Donnerstag in Wismar ausgelaufene russische Verlegeschiff „Akademik Tscherski“ soll für die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 Rohre verlegen, wie die Projektgesellschaft am Donnerstag mitteilte. Nach Angaben der Dänischen Schifffahrtsbehörde (DMA) sind Arbeiten zusammen mit dem bereits im Einsatz befindlichen Verleger „Fortuna“ bis Ende September angekündigt.

Bei der Behörde ist die Verlegung zweier Pipeline-Stränge in dänischen Gewässern angemeldet, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Hinweis an Seefahrer hervorgeht. Die angemeldeten Arbeiten erstrecken sich demnach auf ein Gebiet südlich von Bornholm bis zur deutsch-dänischen Seegrenze. Neben den Verlegern sollen noch weitere Schiffe beteiligt sein.

Laut Projektgesellschaft soll die „Akademik Tscherski“ zuvor für Tests in Richtung Kaliningrad fahren. Sie war in die Ostsee verlegt worden, nachdem Spezialschiffe einer Schweizer Firma Ende 2019 vom Bau der Pipeline abgezogen worden waren. Grund für den Rückzug waren Sanktionsdrohungen aus den USA. Zuletzt lag die „Akademik Tscherski“ in Wismar, wo sie umgebaut wurde. Hier hatte zuvor auch die „Fortuna“ gelegen, bevor sie ins Verlegegebiet gefahren war. An der Finanzierung der Pipeline ist auch die OMV beteiligt.

Nach Angaben der Projektgesellschaft fehlen dem Doppelstrang noch rund 110 Leitungskilometer in dänischen und etwa 30 Kilometer in deutschen Gewässern. Der Doppelstrang soll einmal 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich von Russland nach Deutschland befördern. Das Projekt war zuletzt unter zunehmenden Druck geraten. Die USA hatten im Jänner zum ersten Mal Sanktionen gegen ein am Bau beteiligtes Unternehmen verhängt. Betroffen ist das russische Unternehmen KVT-RUS, das die „Fortuna“ betreibt.

APA/dpa

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