Neuer US-Beauftragter Kerry fordert mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz

9. März 2021, Washington/Brüssel

Der neue US-Klimabeauftragte John Kerry fordert ehrgeizigere Zusagen für den Klimaschutz als im Pariser Abkommen von 2015. „Paris allein reicht nicht, um diese Aufgabe zu schaffen“, sagte der frühere Außenminister am Dienstag bei seinem ersten Besuch in neuer Rolle in Brüssel. Die Weltklimakonferenz in Glasgow im Herbst sei die „letzte beste Chance“, auf dem Pariser Abkommen aufzubauen.

In der französischen Hauptstadt hatten mehr als 190 Staaten vereinbart, die globale Erwärmung bei unter 2 Grad zu stoppen, möglichst bei nur 1,5 Grad. Die konkreten Zusagen der Regierungen reichen dafür aber bisher nicht – vielmehr steuert die Erde auf mehr als 3 Grad Erwärmung zu, jeweils gemessen an der Zeit vor der Industrialisierung.

EU-Kommissionsvize Frans Timmermans sagte bei Kerrys Ankunft: „Ich bin absolut überzeugt, dass die Vereinigten Staaten und Europa zusammen Berge versetzen können.“ Auch Kerry sprach vom Schulterschluss mit Europa. Der Kampf gegen den Klimawandel werde Billionen kosten und sei doch billiger für die Bürger als Nichtstun.

„Dies ist der Moment, zusammenzukommen und die Aufgabe zu erledigen“, sagte der frühere Außenminister. „Wir können es schaffen.“ Wichtige Technologien gebe es schon, andere würden mit Hochdruck entwickelt. Aber die Jahre 2020 bis 2030 müssten „das Jahrzehnt des Handelns“ werden.

Der neue US-Präsident Joe Biden hatte sofort nach Amtsantritt die Rückkehr der USA in das Pariser Klimaabkommen veranlasst, von dem sich sein Vorgänger Donald Trump verabschiedet hatte. Seither sind Washington und Brüssel beim Klimaschutz wieder weitgehend auf einer Linie. Kerry kam als erster hochrangige Vertreter der neuen US-Regierung zu Gesprächen mit der EU-Kommission nach Brüssel.

APA/dpa

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