Ökostrom-Netzausbau: Netz Burgenland für Pauschale

11. März 2021, Eisenstadt
Energiewende braucht zusätzliche Anstgrengungen
 - Loosdorf, APA

Der Ausbau von Wind- und Sonnenenergie und die damit verbundenen Kosten waren Thema einer Online-Diskussion mit Netz Burgenland-Geschäftsführer Florian Pilz und Brigitte Ederer, Sprecherin des Forums Versorgungssicherheit, am Donnerstag. Pilz sprach sich dabei für eine Pauschale aus. Ederer betonte, es sei nötig, eine faire Aufteilung zu finden.

„Wir wollen, dass die Energiewende gelingt, die Versorgungssicherheit weiter erhalten bleibt und keine unnötigen Kosten entstehen“, erklärte Ederer in ihrem Eingangsstatement. Den Verteilnetzen komme dabei eine Schlüsselrolle zu: „Es hilft der tollste Windpark nichts, wenn wir nicht die Leitungskapazitäten haben, die dann die Energie zum Kunden bringen.“ Eine Situation wie an der Nordsee, wo Windräder abgeriegelt werden müssen, weil die Leitungskapazitäten fehlen, soll vermieden werden und hierzu seien Investitionen notwendig. Sollten Ökostromerzeuger diese Kosten tragen, sei dies kontraproduktiv; blieben die Kosten beim Netzbetreiber, würde dies alle Kunden belasten: „Das hat auch eine negative soziale Komponente“, so Ederer, die betonte: „Es ist daher nötig, eine faire energiepolitisch vernünftige Aufteilung zu finden.“

Das Burgenland habe sich ähnliche energiepolitische Ziele wie der Bund gesetzt und plane einen massiven Ausbau bei Wind und Photovoltaik. „Wir sehen uns als Ermöglicher der Energiewende, brauchen aber einen stabilen rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmen“, erklärte Pilz. Ein großes Thema sei dabei auch die Dauer von Genehmigungsverfahren: „Wenn wir die Ziele ernst nehmen, brauchen wir hier eine massive Beschleunigung.“

Das Burgenland sei seit 2013 stromautark, erfülle damit bereits das österreichische Ziel und exportiere Ökostrom. 2010 bis 2020 seien 400 Mio. Euro in den Ausbau der Netze investiert worden. Ein weiterer Netzausbau sei aber nötig, damit das Netz nicht an die Kapazitätsgrenzen stoße. Für die Einspeisung seien daher bis 2025 Investitionen von rund 90 Mio. Euro geplant.

Der Netzausbau bringe massive Kosten mit sich. Wenn diese die Erzeuger zahlen, könnte das höhere Energiepreise bringen. Zahlen die Netzbetreiber, würde dies wieder die Kunden treffen, weiters gebe es die Möglichkeit staatlicher Förderungen, zählte Pilz auf. 

Ökostromanbieter müssen einen fairen Anteil an den durch sie verursachten Netzkosten tragen, dies würde den Ausbau der Ökoenergie fördern, so Pilz, der sich für eine Netzzutrittspauschale ausspricht, um das Ziel des weiteren Ausbaus der Ökostromerzeugung zu unterstützen. Es brauche es eine faire Verteilung der Kosten auf alle Stromkunden und ein Recht auf Netzzugang, wo dies technisch möglich ist. Der Geschäftsführer schlägt deshalb vor, dass Betreiber von Ökostromanlagen den von ihnen verursachten Netzausbau anteilig mit Pauschalen bis zu 100 Euro pro kW mittragen. Kleine Anlagen unter 5 KWp sind davon ausgenommen, um die Energiewende möglichst breit durch das Land zu bringen.

Ohne Zutrittsentgelt würden Stromkunden in einem Versorgungsgebiet mit viel Ökostrom einseitig höher belastet, gibt Pilz zu bedenken. Die Verrechnung der tatsächlichen Kosten führe zu einer extremen Verzerrung und an den Kapazitätsgrenzen würde es Kostensprünge geben. Die Pauschale hingegen sei ein bewährtes System. Es bräuchte aber eine gesetzliche Regelung für ganz Österreich.

APA

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