OPEC sieht für 2021 höheren Ölnachfrage-Anstieg als zuletzt

11. März 2021, Wien
OPEC sieht zuversichtlich vorwärts
 - Vienna, APA/AFP

Trotz Coronakrise erwartet die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) für heuer einen etwas stärkeren Anstieg der weltweiten Ölnachfrage als zuletzt. Laut neuem Monatsbericht von Donnerstag geht sie für 2021 von einem Zuwachs von durchschnittlich 5,9 Mio. Fass pro Tag aus (mb/d) – auf im Schnitt 96,3 Mio. Barrel täglich. Zuletzt, im Februar, hatten die Saudis ihre Förderung stark gedrosselt.

Für das erste Halbjahr setzt die OPEC den Ölbedarf niedriger an als zuletzt, vor allem wegen der in vielen Teilen Europas ausgeweiteten Maßnahmen zur Kontrolle von Covid-19. Darüber hinaus habe die hohe Arbeitslosenquote in den USA den Erholungsprozess verlangsamt, erklärte die Organisation. Im Gegensatz dazu wird der Ölbedarf im zweiten Halbjahr höher gesehen, weil wegen der Intensivierung der Impftätigkeit eine stärkere wirtschaftliche Erholung erwartet wird.

Für den OECD-Raum rechnet die OPEC für 2021 mit einem Anstieg der Ölnachfrage um durchschnittlich 2,6 Mio. Fass täglich auf 44,6 Mio. Barrel pro Tag, während die Nicht-OECD-Nachfrage um 3,3 Mio. auf im Schnitt 51,6 Mio. Fass täglich anwachsen dürfte.

Nach vermutlich 3,7 Prozent Rückgang der Weltwirtschaft im Vorjahr dürfte sie laut OPEC heuer um 5,1 Prozent wachsen – begünstigt durch zusätzliche Stimulierungen in den USA und eine raschere Erholung in Asien. Die Prognose sei aber weiter mit Unsicherheiten behaftet, betont die OPEC – unter anderem in Bezug auf die Virus-Mutanten, die Wirksamkeit von Impfstoffen, die Höhe der Staatsverschuldung in vielen Regionen, den Inflationsdruck und die Reaktionen der Notenbanken darauf. 2020 dürfte die weltweite Ölnachfrage um 9,6 Mio. Fass pro Tag (mb/d) auf im Schnitt 90,4 mb/d gesunken sein, so die OPEC am Donnerstag

Im Februar lag die Welt-Ölversorgung laut OPEC vermutlich im Schnitt bei 92,28 mb/d, um 1,31 mb/d unter dem Monat davor und um 7,62 mb/d niedriger als im Februar 2020. Der OPEC-Anteil an der Weltmenge lag dem Bericht zufolge bei 26,9 Prozent, das waren um 0,3 Prozentpunkte mehr als im Vormonat Jänner.

Laut Monatsbericht lag die OPEC-Förderung im Februar im Schnitt bei 24,85 Mio. Fass pro Tag – etwas weniger als im Jänner (25,50 mb/d). Das führende OPEC-Förderland Saudi-Arabien kam demnach gemäß Sekundärquellen im Schnitt auf 8,15 mb/d (deutlich weniger als die 9,08 mb/d im Jänner), gefolgt vom Irak mit 3,90 mb/d (etwas mehr) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) mit 2,61 mb/d und Kuwait mit 2,33 mb/d (beides praktisch unverändert).

Libyen, wo auch die OMV tätig ist, weitete seinen Output binnen Monatsfrist etwas aus auf im Schnitt 1,19 mb/d, nach 1,15 mb/d im Jänner. Vor drei Wochen sagte OMV-Chef Rainer Seele, sein Konzern sei in Libyen wieder bei 35.000 Fass/Tag angelangt. Im Dezember hatte Libyen das größte absolute Plus aller OPEC-Mitglieder verzeichnet und im November soviel Öl gefördert wie seit 2019 nicht mehr.

APA

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