Wiener heizten wegen kälteren Winters mehr

9. April 2021, Wien
Heizkörper war mehr beansprucht
 - Bremen, APA/dpa

Die Wiener Haushalte haben in der abgelaufenen Heizsaison 2020/21 mehr Fernwärme und Gas verbraucht – der Winter war etwas kälter als im Jahr davor, lag aber im langjährigen Mittel. Einen Corona-Effekt hat es beim gesamten Fernwärmeverbrauch laut Wien Energie nicht gegeben. Insgesamt haben die Wienerinnen und Wiener mit Fernwärme um knapp 10 Prozent mehr geheizt als in der vorigen Saison, so die Fernwärme-Bilanz der Wien Energie.

Im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt seien es aber um 3 Prozent weniger gewesen. Mit einer Durchschnittstemperatur von 5,3 Grad sei die von Anfang Oktober 2020 bis Ende März gelaufene Heizperiode in Wien ziemlich genau im langjährigen Mittel gelegen. Im Vergleich zum Vorjahr – einem der mildesten Winter – sei es jedoch deutlich kälter gewesen.

Die Heizkostenrechnung dürfte damit trotz Corona recht durchschnittlich ausfallen, so die Wien Energie. Für einen Wiener Modellhaushalt mit 70 Quadratmetern und einem Verbrauch von 10.700 Kilowattstunden (kWh) im Jahr fielen rund 30 Euro an Mehrkosten an, sowohl bei Gas- als auch bei Fernwärmeheizungen. Die tatsächlichen Heizkosten hängen stark vom eigenen Heizverhalten ab, betont der Energieversorger. Wesentlichen Einfluss hätten Heizungsart und -einstellungen, Dämmung und der allgemeine Zustand des Gebäudes. Auch wenn im Gesamtverbrauch der Stadt kein Corona-Effekt sichtbar sei: Wer mehr Zeit zu Hause etwa im Home-Office verbringe, brauche mehr Energie. Eine Senkung der Raumtemperatur um ein Grad spare bereits 6 Prozent Heizenergie.

Den Heizrekord des Winters gab es am 11. Februar: Um 8 Uhr früh betrug bei einer Außentemperatur von minus 6,6 Grad die Leistungsspitze 2.086 Megawatt (MW). Ein historischer Wert war das aber nicht, denn dieser wurde am 3. März 2018 mit 2.414 MW erreicht. Zum Vergleich: An einem durchschnittlichen Wintertag liegt die Wärmeleistungsspitze in Wien bei etwa 1.600 MW. Insgesamt war der Wärmebedarf im Februar 2021 um 22 Prozent höher als im sehr warmen Februar 2020. Auffallend waren laut Wien Energie ein kalter März und Oktober mit 16 Prozent bzw. 18 Prozent mehr Fernwärmebedarf als im Jahr davor. Von Anfang Oktober 2020 bis Ende März 2021 wurden rund 4,831.000 MWh Fernwärme benötigt.

Der Gasverbrauch der Haushalte im Gebiet der Wiener Netze – Wien und Umgebung – war ebenfalls höher: Der Anstieg betrug nach Angaben der Wiener Netze im Vergleich zur Vorjahresperiode rund 9 Prozent. Insgesamt wurden an die Haushalte in der vergangenen Heizsaison 652,374.277 m3 Gas abgegeben.

APA

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