Deutsche Delegation Nord Stream 2-Gesprächen in den USA

1. Juni 2021, Moskau
Deutschlands Außenminister Heiko Maas
 - Berlin, APA/POOL

Die deutsche Regierung sucht im Streit über die Gaspipeline Nord Stream 2 mit den USA weiter nach einer einvernehmlichen Lösung. Dazu gebe es zurzeit Gespräche in Washington, bestätigte Außenminister Heiko Maas am Dienstag einen Bericht der Funke Mediengruppe. „Ich bin zuversichtlich, dass es gelingen wird, einen Weg zu finden“, sagte Maas vor Beratungen der Nato-Außenminister.

„Das wird sicherlich nicht einfach sein, und möglicherweise auch nicht von heute auf morgen der Fall sein, aber wir setzen auf den Dialog mit den Verantwortlichen in Washington, so wie das in der Vergangenheit der Fall gewesen ist, und so werden wir das auch weiter fortsetzen“, sagte Maas.

Dem Funke-Bericht zufolge wird die deutsche Delegation geleitet von Jan Hecker, außenpolitischer Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch Chef-Wirtschaftsberater Lars-Hendrik Röller gehöre zur Delegation. Sie sollten unter anderem mit dem Nationalen Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, und der Handelsbeauftragten Katherine Tai zusammentreffen. „Es gehört zur Normalität der engen deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit, dass die Berater zu Gesprächen reisen“, sagte ein Sprecher der Bundesregierung. „Wir bitten um Verständnis, dass wir zu diesen Gesprächen nicht weiter Stellung nehmen.“

Die USA lehnen die Pipeline von Russland nach Deutschland durch die Ostsee ab. Kanzlerin Merkel hatte zuletzt erklärt, sie erwarte weitere Gespräche über das Projekt. Maas sagte, die Bundesregierung habe die Entscheidung in Washington und die Erklärung von Präsident Joe Biden „nicht nur zur Kenntnis genommen, sondern sehr deutlich gemacht, dass wir ein Interesse daran haben, nach einem gemeinsamen Weg zu suchen“. Dies sei nun Gegenstand der Gespräche in Washington. Die USA, die eigenes Gas in Europa verkaufen wollen, lehnen das Projekt mit der Begründung ab, Europa werde dadurch noch abhängiger von russischem Erdgas. Zudem sehen sie dadurch die Position des Gas-Transitlandes Ukraine geschwächt.

APA/ag

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