Grenzüberschreitender Stromzusammenschluss besiegelt

1. Juni 2021, Brenner
Tirols Landeshauptmann Günther Platter
 - INNSBRUCK, APA/EXPA/JOHANN GRODER

Der Zusammenschluss der Stromnetze von Tirol, Südtirol und dem Trentino ist von den drei Landeshauptmännern und Vertretern der Stromgesellschaften am Umspannwerk Edyna am Brenner symbolträchtig eingeweiht worden. „Es ist ein Herzensprojekt der Europaregion“, meinte dazu Tirols Landeshauptmann und derzeitiger Euregio-Präsident Günther Platter (ÖVP) am Dienstag bei dem Festakt.

Dass der heutigen Handlung, die Einigkeit symbolisieren sollte, Jahrzehnte der Trennung auch auf Stromebene vorangingen, betonten die Landeshauptleute mehrfach unisono. „Vor 60 Jahren ist der Strom nicht mehr geflossen“, erinnerte etwa Platter an die Südtiroler Feuernacht, bei der Aktivisten Strommasten sprengten. Gegenwärtig sei hier am Brenner aber eindeutig wieder „der europäische Geist“ spürbar.

In eine ähnliche Kerbe schlug der Südtiroler Landeshauptmann, Arno Kompatscher (SVP). „Heute halten wir die europäische Fahne hoch“, betonte er. Der Stromzusammenschluss stehe nämlich auch symbolisch für das „Überwinden der Grenzen“ und sei insgesamt „ein europäisches Projekt“, fügte Kompatscher hinzu.

Dem schloss sich auch der Landeshauptmann des Trentino, Maurizio Fugatti (Lega), an. Mit dem heutigen Zusammenschluss der Netze sei man wieder etwas mehr „zusammengewachsen“ und habe ein Zeichen der „grenzüberschreitenden Zusammenarbeit“ und des „Zusammenhaltes“ gesetzt, so der Landeshauptmann.

Einen pragmatischeren Zugang hatten hingegen die Vertreter der Stromgesellschaften Tiwag und Terna. Nunmehr sei es möglich, „schneller auf Probleme im Netz zu reagieren“ und das „Stromnetz sicherer zu gestalten“, strich Adel Motawi, Terna-Verwaltungsdirektor, heraus. Man könne sich künftig „bei etwaigen Netzstörungen gegenseitig aushelfen“, fügte Erich Entrasser, Vorstandsvorsitzender der Tiwag, hinzu.

Wenig später setzten die drei Landeshauptleute und die Stromgesellschaft-Verantwortlichen den entscheidenden und politisch aufgeladenen symbolischen Zusammenschluss-Akt. „Diese wenigen Meter Kabel bedeuten sehr viel“, hatte der Tiroler Landeshauptmann kurz zuvor verkündet.

APA

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