Schweizer Forscher entwickelten eine kompostierbare Batterie

4. Juni 2021, Dübendorf
Herkömmliche Batterien müssen umständlich und sorgfältig entsorgt werden
 - Ulm, APA/dpa

Batterien gehören nicht auf den Kompost – zumindest noch nicht. Forscher der Empa (Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) haben nun einen Kondensator aus Kohlenstoff, Zellulose, Glycerin und Kochsalz entwickelt, der sich innerhalb von wenigen Monaten im Erdreich fast komplett auflöst.

Das Internet der Dinge, in dem verschiedene Geräte und Sensoren direkt miteinander kommunizieren, erzeugt jede Menge an Elektroschrott. Denn noch werden die meisten Geräte mit Lithium- oder Alkalibatterien betrieben. Das Team der Empa stellt im Fachmagazin „Advances Material“ nun eine Mini-Batterie vor, die biologisch abbaubar ist. In Serie geschaltet, könne sie schon jetzt eine kleine Digitaluhr antreiben, wie die Empa am Donnerstag mitteilte.

Die Forscher um Gustav Nyström und Xavier Aeby fertigten die kleine Batterie mithilfe eines 3D-Druckers an: Auf eine flexible Folie druckten sie eine stromleitende Tinte, eine Elektrode und einen Elektrolyten. Anschließend knickten sie diese Lage aus den vier Schichten in der Mitte und falteten sie zusammen. Das im Erdreich abbaubare Produkt überstehe tausende Lade- und Entladezyklen, schrieb die Empa.

In Zukunft könnte man solche Kondensatoren nach Ansicht der Forscher etwa mithilfe eines elektromagnetischen Feldes kurz aufladen, dann würden sie über Stunden Strom für einen Sensor oder Mikrosender liefern. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise, Pakete in Echtzeit auf ihrem Weg zu verfolgen. Auch Umweltdaten wie Temperatur oder Feuchtigkeit ließen sich direkt im Feld sammeln. Nach getaner Arbeit könnten die Mini-Batterien einfach in der Natur zurückgelassen oder auf dem Kompost entsorgt werden.

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APA/sda

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