E-Mobilität nimmt allmählich Fahrt auf

24. Juni 2021, Wien
Es geht schön langsam voran
 - Klagenfurt, APA/THEMENBILD

In Österreich kommen immer mehr Elektroautos auf den Markt. Entsprechend wachsen muss auch das Ladestationsnetz. Im EU-Vergleich ist Österreich hier – relativ – gut unterwegs. Mit 96 E-Tankstellen pro 100.000 Einwohner liegt die Alpenrepublik „deutlich über dem EU-Schnitt“, der bei nur 57 hält, wie der heimische E-Mobilitätsdienstleister Smatrics am Donnerstag mitteilte. Die Zahl der öffentlichen Landestationen habe sich hierzulande seit 2019 verdoppelt.

Bis Ende Mai wurden heuer in Österreich den Angaben zufolge 11.700 Elektroautos neu zugelassen. Der rasante Zuwachs von 215 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres erklärt sich freilich auch mit dem extrem niedrigen Ausgangsniveau. Vorerst entfällt nur ein verschwindend geringer Anteil des Fahrzeugbestandes in Österreich auf E-Autos.

Bundesweit gab es bei den Elektroautos per Anfang 2021 laut Statistik Austria einen Zuwachs von 51 Prozent im Jahresabstand. Der Anteil am Gesamt-Pkw-Bestand lag allerdings unter 1 Prozent.

Per Ende 2020 waren in Österreich den Statistikern zufolge 44.507 Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb zugelassen. Zusätzlich mit einem Benzinmotor ausgestattet waren 68.983, die Kombination Diesel-Elektro gab es 14.378 Mal. Den höchsten Anteil an Hybrid-Pkw wies Wien mit 2,7 Prozent aus. Vor allem Taxiunternehmen setzen auf diese Variante.

Förderungen seien ein wichtiger Hebel, um den Umstieg auf Elektromobilität voranzutreiben, so Smatrics. Der E-Mobilitätsbonus der Regierung zeige Wirkung. Der nächste logische Schritt sei es, möglichst viele Unternehmensstandorte und Privathaushalte mit Ladekapazitäten auszustatten.

„Die Fördermaßnahmen zeigen deutliche Wirkung, um den Umstieg in die Elektromobilität weiterhin attraktiv zu gestalten“, sagte Smatrics-Geschäftsführer Michael-Viktor Fischer in einer Aussendung und verwies auf eine Verdoppelung der Elektromobilität-Förderung für E-Fahrzeuge sowie für E-Ladeinfrastruktur um weitere 55 Mio. Euro sowie auf die für Jänner 2022 geplante Reform, um die Errichtung von privaten E-Ladestationen in Wohnhausanlagen zu erleichtern.

„Der E-Mobilitätsbonus, bei dem erstmals betriebliche Ladestationen gefördert werden wie auch die neue gesetzliche Regelung, die die Errichtung von Ladestationen in Mehrparteienhäusern rechtlich deutlich vereinfacht, sind wichtige Bausteine der Energiewende“, so Fischer.

Der international tätige E-Mobilitätsdienstleister Smatrics setzt seinen Geschäftsschwerpunkt auf Infrastruktur, Service und IT. Smatrics EnBW, ein gemeinsames Tochterunternehmen der deutschen EnBW Energie Baden-Württemberg AG und der Smatrics GmbH & Co. KG, besitzt laut Eigenangaben das größte österreichweite Ladenetz mit 500 Ladepunkten an 250 Ladestandorten – davon rund 250 Schnellladepunkte an etwa 100 Schnellladestandorten – entlang von Autobahnen sowie in und um Ballungszentren.

Dieses Netz werde das Gemeinschaftsunternehmen mit weiteren Ladestandorten mit Leistungen bis zu 300 kW ausbauen. Das erlaube je nach E-Auto Ladezeiten von weniger als fünf Minuten für 100 km Reichweite. Der Strom an den Ladepunkten von Smatrics EnBW komme zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Die Muttergesellschaft Smatrics ist der technische Dienstleister für das Joint Venture.

APA

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