Österreichs Innovationsleistung sinkt im Vergleich zur EU

24. Juni 2021, Brüssel/Wien
Österreich liegt im EU-Innovationsranking auf Platz 8
 - Wien, APA

Österreich bleibt im EU-Innovationsranking auf Rang 8. Das Land findet sich in dem diese Woche veröffentlichten „European Innovation Scoreboard“ (EIS) erneut unter den „Strong Innovators“. Von dem in der neuen Forschungsstrategie formulierten Ziel, im EIS auf Rang 5 vorzustoßen, ist man damit noch ein Stück entfernt – zumal „die Innovationsleistung im Laufe der Zeit (seit 2014, Anm.) im Vergleich zur EU gesunken ist“, wie es im Bericht heißt.

Die führenden Innovationsländer in der EU sind dem Bericht zufolge Schweden, Finnland, Dänemark und Belgien, vor Österreich liegen noch die Niederlande, Deutschland und Luxemburg. Nimmt man europäische Nicht-EU-Länder in den Vergleich auf, ist die Schweiz das innovativste Land Europas. Seit 2014 ist jedoch der Abstand zwischen der EU und der Eidgenossenschaft bei der Innovationsstärke kleiner geworden.

In der EU ist die Innovationsleistung seit 2014 um 12,5 Prozent gestiegen. Dabei wachsen leistungsschwächere EU-Länder schneller als leistungsstärkere, wodurch sich die Innovationslücke in der Union schließt. Global gesehen ist die EU innovationskräftiger als Länder wie China, Brasilien, Südafrika, Russland oder Indien, aber Südkorea, Kanada, Australien, die USA und Japan schneiden besser ab.

Der Rahmen für den diesjährigen Innovationsanzeiger, in dem die relativen Stärken und Schwächen der nationalen Innovationssysteme bewertet werden, wurde überarbeitet und stärker an die politischen Prioritäten der EU anpasst. So wurden neue Indikatoren für Digitalisierung und Nachhaltigkeit aufgenommen. Die meisten der im Ranking verwendeten Daten seien nicht aktuell genug, um die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie zu erfassen, heißt es in dem Bericht.

Österreichs Innovationsperformance hat sich dem Bericht zufolge seit 2014 zwar um elf Prozent verbessert (EU: 12,5 Prozent). Doch relativ zur EU nimmt die Innovationsleistung seit 2017 kontinuierlich ab.

Die 32 Indikatoren, nach denen bewertet wurde, sind in dem Bericht zu zwölf „Innovations-Dimensionen“ zusammengefasst – und hier zeigen sich Österreichs Stärken und Schwächen im Vergleich zu den anderen Ländern im Detail: In den Dimensionen „Nachhaltigkeit“ (Rang 12), „Digitalisierung“ (12) und „Verwendung von Informationstechnologien“ (14) liegt Österreich deutlich schlechter als in seiner Gesamtperformance. Besser als in seiner Gesamtleistung schneidet Österreich in den Dimensionen „Intellektuelles Potenzial“ (Rang 4), „Finanzierung und Unterstützung“ (5) sowie „Attraktives Forschungssystem“ (6) ab.

Der Bericht nennt die Dimensionen „Intellektuelles Potenzial“, „Netzwerke“ und „Attraktives Forschungssystem“ als die „Stärken Österreichs“. Die besten drei Indikatoren sind demnach „öffentlich-private Co-Publikationen“, „Design-Anwendungen“ und „internationale wissenschaftliche Co-Publikationen“. Deutlich unterdurchschnittlich schneidet Österreich bei Indikatoren wie „Risikokapital“ oder „Exporte wissensintensiver Dienstleistungen“ ab.

Service:

APA

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