„Kurier“: Orban-Herausforderer will aus Atomkraft aussteigen

28. Juni 2021, Budapest/Wien
Gergely Karacsony fordert Orban
 - Budapest, APA/AFP

Österreichs Atomgegner dürfen gespannt auf die ungarische Parlamentswahl im kommenden Jahr blicken: Der aussichtsreichste Herausforderer von Ministerpräsident Viktor Orban, der Budapester Bürgermeister Gergely Karacsony, plant nämlich einen Atomausstieg. Als Bürgermeister könne er wenig gegen das Atomkraftwerk Paks ausrichten, so Karacsony laut der Tageszeitung „Kurier“ (Sonntagssausgabe). Sollte er aber Premier werden, wolle er aus der Atomkraft aussteigen.

Karacsony ist demnach ein Mitstreiter der österreichischen Grünen, die kürzlich das südungarische AKW Paks besucht hatten. Sie wollen die geplante Erweiterung des AKW um einen zweiten Reaktor mit einem geologischen Gutachten zu Fall bringen. Paks stehe nämlich auf einer geologischen Bruchlinie, und das ungarische Gesetz verbiete den Bau eines Atomkraftwerks auf einer solchen, so Waitz, der diesbezüglich auch schon die EU-Kommission eingeschaltet hat.

Dem Budapester Bürgermeister ist zudem die Tatsache ein Dorn im Auge, dass der Reaktor vom russischen Atomkonzern Rosatom gebaut wird. „Ausländische Investitionen wie diese bringen die ungarische Souveränität in Gefahr“, so Karacsony gegenüber dem Kurier. Es handle sich um einen schlechten Deal für Ungarn, das Russland damit Einfluss auf seine Stromversorgung gebe.

Die ungarische Aufsichtsbehörde sieht indes keine Gründe, die gegen einen Bau des zweiten Reaktors sprechen würden. Man habe seit der Erteilung der Standortlizenz im Jahr 2017 „keine neuen Belege dafür erhalten, die dieser Entscheidung widersprechen“, hieß es auf „Kurier“-Anfrage.

APA

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