NÖ-Stromnetz: „Solarstrom könnte uns ans Limit bringen“

2. Juli 2021, Wien
Stromnetz in NÖ steht unter Druck - Zarrentin, APA/dpa

Der Verteilnetzbetreiber Netz Niederösterreich warnt vor einem „Wildwuchs“ beim Ausbau der Erzeugung von erneuerbarem Strom. Ein unkontrollierter Wildwuchs an neuen Solarstrom-Anlagen könnte die Verteilernetze rasch an lokale Kapazitätsgrenzen bringen, die womöglich einen kostspieligen Ausbau des Netzes nötig machen könnten, erklärte Netz-NÖ-Geschäftsführer Werner Hengst am Freitag. Bei besserer Abstimmung und Planung lasse sich das vermeiden.

Wenn neue Anlagen stärker Rücksicht auf die Netzinfrastruktur nehmen und auf den Eigenbedarf optimiert sind, könnten hohe Mehrkosten vermieden werden und zugleich ein rascherer Ausbau erfolgen, so Hengst laut Aussendung bei einem Hintergrundgespräch des Forum Versorgungssicherheit. Vor allem in der Vermeidung von Überlastungen durch Leistungsspitzen liege der Schlüssel zu einem netzschonenden Ausbau von Ökostromanlagen. Photovoltaik (PV) und Windenergie würden typischerweise starke Produktionsschwankungen zeigen, abhängig von der Sonneneinstrahlung und der Windstärke.

Größere PV-Anlagen, für die die Anfragen zunehmen würden, sollten in Regionen angesiedelt werden, wo das Netz noch ausreichend Kapazitäten aufweise und nicht an einem Ort, wo erst ein neuer Trafo oder gar ein neues Umspannwerk gebaut werden müssten, damit die Anlage ans Netz gehen könne. Allein in Niederösterreich seien mit Stand Juni mehr als 43.000 Anlagen am Netz, zusätzlich seien im ersten Halbjahr immerhin 10.213 Anfragen für neue Anlagen gestellt worden.

APA

Ähnliche Artikel weiterlesen

Vorjahr brachte starken Ausbau von Photovoltaik

13. Juni 2024, Wien/Österreich-weit
PV-Anlagen 2023 stark gestiegen
 - Purbach, APA/THEMENBILD

VW plant Stromgroßspeicher in Norddeutschland

13. Juni 2024, Wolfsburg
Die VW-Ladenetzsparte Elli soll die 700-Megawattstunden-Anlage betreiben
 - Wolfsburg, APA/dpa

VCÖ sieht großes Potenzial für Carsharing in Österreich

12. Juni 2024, Wien
Carsharing könnte helfen, CO2-Emissionen zu vermeiden
 - Wien, APA/EVA MANHART

Uniper kündigt Gaslieferverträge mit russischer Gazprom

12. Juni 2024, Düsseldorf
Uniper will kein Gas mehr von Gazprom
 - Unterreit, APA/AFP