Das Aus für Verbrenner rückt näher

8. Juli 2021

Ab 2035 sollen keine Diesel-Neuwagen und Benziner mehr vom Band laufen. Die Pläne der EU-Kommission Die Zeit für Diesel- und Benzinantriebe läuft ab. Gut eine Woche, bevor die EU-Kommission ihr mit Spannung erwartetes Programm „Fit for 55“ zum Abbau der CO2-Emissionen um 55 Prozent bis 2030 präsentiert, zeichnet sich ab, dass herkömmliche Antriebe wohl bald auslaufen. Zwar sagt die EU-Behörde, dass die letzten Beschlüsse erst unmittelbar vor der Veröffentlichung fallen. Außerdem zeichnet sich ab, dass es keine konkreten Vorgaben oder Verbote für bestimmte Motorenarten geben soll. Aber die Zahlen, mit denen der für das Klimapaket zuständige Vizepräsident der Kommission, Frans Timmermans, die Verhandlungen bestreitet, sind deutlich. Demnach will Brüssel festlegen, dass Neuwagen ab 2030 rund 60 Prozent weniger CO2 ausstoßen müssen, 2035 sogar um 100 Prozent. Was de facto einem Aus für Diesel und Co. gleichkäme. Selbst beim Verband der Automobilindustrie (VDA) hat man sich offenbar mit dieser Entwicklung abgefunden. Durchschnittlich zehn Jahre würden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren gefahren. Wenn man also 2050 das große Ziel der Klimaneutralität erreichen wolle, zeichne sich ein Ende für die heutigen Motoren Mitte der 2030er Jahre ab. Aber selbst wenn die Kommission diesen Vorschlag kurz vor der Sommerpause so präsentieren sollte, heißt das nicht, dass er am Ende auch vom EU-Parlament und den Mitgliedstaaten akzeptiert wird. Gestern beschloss die christdemokratische EVP-Fraktion ihre „Vision für 2030“, wie das Programm von CDU, CSU und deren EU-Schwesterparteien überschrieben wurde. „Die Klimaziele von Paris sind unser Maßstab – ohne Wenn und Aber“, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsabgeordneten im EU-Parlament, Markus Pieper, der AZ: „Mit Emissionshandel, Elektroantrieb und Gas als Übergang ist das auch bezahlbar für Mieter, Industrie und Berufspendler.“ Zum Thema Auto heißt es in dem Papier: „Der Verbrennungsmotor ist beispielsweise eine Technologie, die mit nachhaltigen Treibstoffen eine Zukunft hat. Genauso sind Elektroantriebe nur dann nachhaltig, wenn sie mit Strom aus regenerativer Erzeugung betrieben werden.“ In einer Übergangsperiode solle der Preis für synthetische Kraftstoffe, die schon jetzt zur Senkung der CO2-Emissionen beitragen können, von derzeit 4,50 Euro je Liter auf unter zwei Euro sinken. Fast alle Parteien und die Kommission fordern einen Ausbau des Handels mit Verschmutzungsbons. Dazu soll ab 2035 ein eigenes Emissionshandelssystem (ETS) für Wärme und Gebäude eingeführt werden. Dies bewirke nach Auffassung der Christdemokraten, dass „energiefressende Bausubstanzen zuerst saniert“ würden. Später müsse der Verkehr in dieses zweite Abgabensystem integriert werden. Allerdings ist bisher noch nicht erkennbar, was die EU-Behörde mit den Einnahmen eines weiteren ETS konkret finanzieren will. Detlef Drewes
Sackgasse Benziner und Diesel: Wie lange werden die Hersteller noch Autos mit Verbrenner anbieten? Fs: dpa; Montage AZ
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