Verhandlungen über Jobabbau bei Siemens Energy gescheitert

9. Juli 2021, München
Wer muss seinen Helm abgeben?
 - Görlitz, APA/dpa-Zentralbild

Die Verhandlungen über die konkrete Ausgestaltung des Abbaus von rund 2.900 Jobs bei Siemens Energy in Deutschland sind gescheitert. Man sei trotz intensiver Bemühungen „nicht durch die Tür gekommen“, hieß es am Freitag von der IG Metall. Auch Siemens Energy bestätigte das Scheitern.

Das Unternehmen ruft nun eine sogenannte Einigungsstelle an. Sie ist laut Siemens Energy paritätisch mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern besetzt und soll unter der Leitung eines unabhängigen Vorsitzenden eine abschließende Regelung finden. Zu weiteren Details wollte sich Siemens Energy zunächst nicht äußern.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Robert Kensbock sagte, man sei „bei vielen Themen aufeinander zugegangen“. „Bei einigen Inhalten beharrt die Unternehmensseite jedoch auf ihren Abbauzielen, ohne Alternativkonzepte unsererseits ernsthaft zu prüfen.“ IG-Metall Vorstand Jürgen Kerner sagte, er habe den Eindruck, dass es dem Vorstand von Siemens Energy „nicht nur um Einsparungen, sondern auch um eine grundsätzliche Agenda geht – nämlich um Abbau in Deutschland und Verlagerung ins Ausland.“

Siemens Energy hatte Anfang Februar mitgeteilt, weltweit 7.800 Jobs streichen zu wollen. Nur wenige Tage zuvor hatte das Unternehmen mit der IG Metall eine Zukunftsvereinbarung zum Umbau des Unternehmens geschlossen, die unter anderem vorsieht, „möglichst keine Standorte schließen zu müssen“ und „notwendige Personalanpassungen“ möglichst über freiwillige Maßnahmen zu ermöglichen, wie es damals hieß.

Siemens Energy ist vergangenes Jahr als Auskopplung der Energiegeschäfte von Siemens an die Börse gebracht worden. Das Unternehmen ist seit März im DAX, steht angesichts der Energiewende aber vor großen Herausforderungen, da es neben Windkraft auch Produkte und Wartung für Strom aus fossilen Energieträgern liefert.

APA/dpa

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