WKÖ gegen mehr Verbote im Rahmen des Klimaschutzes

12. Juli 2021, Wien/Brüssel
WKÖ gegen mehr Verbote in der Bekämpfung des Klimawandels - Hohenhameln, APA/dpa

Die EU-Kommission stellt am kommenden Mittwoch ihr Klimaschutzprogramm „Fit for 55“ vor. Die Wirtschaftsseite stemmt sich schon jetzt gegen mehr Verbote. So verweist die WKÖ – untermauert mit einer Umfrage – darauf, dass 86 Prozent der heimischen Betriebe dem Klimaschutz in der eigene Firma einen „sehr hohen Stellenwert“ beimessen. Zudem gehen der Befragung zufolge 67 Prozent davon aus, dass Klima- und Umweltschutz im eigenen Unternehmen künftig noch wichtiger wird.

Der Präsident der Wirtschaftskammer (WKÖ), Harald Mahrer, sieht in den Umfrageergebnissen den Beweis, „dass österreichische Unternehmen Klima- und Umweltschutz selbst in die Hand nehmen. Unsere Betriebe brauchen auch beim Klimaschutz nicht mehr Verbote, sondern mehr Freiheit, um Probleme anpacken und lösen zu können.“ Neun von zehn Wirtschaftsdelegationen kämen etwa wegen des Umwelttechnik-Know-hows der heimischen Betriebe nach Österreich.

Zudem habe die Hälfte der österreichischen Unternehmen heuer und kommendes Jahr „fix Investitionen in Klima- und Umweltschutz geplant“ und ein Drittel habe Klima- und Umweltschutz als Geschäftsfeld mit 50 Prozent des Gesamtumsatzes, betont die WKÖ nach der Befragung von 500 Betrieben. 76 Prozent praktizierten regionalen Einkauf, 73 Prozent setzten Energiesparmaßnahmen im Betrieb um, 60 Prozent betrieben Bewusstseinsbildung bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zwei Drittel verwendeten oder planten die Verwendung umweltfreundlicher Materialien.

Die WKÖ hat auch neun Forderungen der Betriebe für einen praxistauglichen Klima- und Umweltschutz erhoben. Hier geht es unter anderen Punkten am stärksten um eine Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, mehr Kapazitäten im Schienengüterverkehr, wenig überraschend einen Ausbau von Förderungen und des Sanierungsbonus sowie schnellere Genehmigungsverfahren.

„Die heimischen Unternehmen wissen am besten, was sie für praxistauglichen Klima- und Umweltschutz von der Politik brauchen“, sagt Mahrer. „Die Einbindung der Wirtschaft in die Festlegung der Rahmenbedingungen ist daher ein Gebot der Stunde.“ WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf will Unternehmen, die nach wie vor stark auf fossile Energieträger setzen müssten, bei ihren transformatorischen Herausforderungen durch die Politik „technologieoffen und mit einem ambitionierten Infrastrukturausbau“ begleitet sehen.

Zuletzt hatten sich die Proteste der Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ gegen die Politik der Wirtschaftskammer gewendet. Demonstranten waren vor der Zentrale in Wien-Wieden aufmarschiert und warfen der Kammer vor, die Augen vor der Klimakrise zu verschließen. Die WKÖ stellt das in Abrede.

APA

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