Erneuerbaren-Ausbau pusht Kosten für Gas- und Stromkunden

13. Juli 2021, Wien
Die Versorgung wird zusehends dezentraler - Rotenburg, APA/dpa

Durch den rasanten Ausbau der erneuerbaren Energien in Österreich werden die von den heimischen Energiekunden zu tragenden damit verbundenen Kosten stark steigen. Das Klimaschutzministerium schätzt laut „Wiener Zeitung“ (Dienstag), dass Haushalte für Gas im Schnitt um 30 Euro pro Jahr mehr bezahlen müssen. Für die Strompreise ging das Ministerium schon vorige Woche von einer Steigerung der Ökostromabgabe um durchschnittlich 14 Euro pro Jahr auf 114 Euro pro Haushalt aus.

Die Arbeiterkammer (AK) hatte zuletzt geschätzt, dass man künftig 120 Euro Ökostromabgabe im Jahr zahlen muss. Ausgenommen sind Haushalte die aufgrund ihres niedrigen Einkommens von der GIS-Gebühr befreit sind – sie müssen laut neuem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) auch keine Ökostromabgabe zahlen, für Niedrigeinkommens-Haushalte werden sie mit 75 Euro gedeckelt. Insgesamt sollen dem Ministerium zufolge rund 550.000 Haushalte gar keine oder geringere Ökostrom-Abgaben bezahlen müssen, etwa Sozialhilfeempfänger, Mindestpensionisten und alleinerziehende Frauen.

Laut der Zeitung „Österreich“ (Dienstag) müssen durch das EAG Wiener Gaskunden im Schnitt 45 Euro pro Jahr mehr zahlen, Stromkunden im Schnitt um 15 Euro mehr.

Schon bisher wird über die Stromrechnung die Ökostrompauschale und der verbrauchsabhängige Ökostrom-Förderbeitrag eingehoben. 2020 waren das rund 90 Euro im Jahr, heuer werden es voraussichtlich 110 Euro sein, sagte Vorstandsdirektor Wolfgang Urbantschitsch von der Regulierungsbehörde E-Control laut ORF-Radio-Bericht vom Wochenende. Die genaue Höhe der künftigen Abgaben gemäß EAG lasse sich noch nicht exakt errechnen.

Laut den Wiener Netzen wird der Strompreis in den kommenden Jahren auch ohne Ökostromabgabe steigen, nämlich wegen einer Erhöhung der Netzgebühr. Als Grund werden neue Anforderung ans Stromnetz genannt. Die Versorgung werde immer dezentraler und dadurch komplexer, PV-Anlagen würden Konsumenten zu Erzeugern zu machen. „Die Talsohle der Netzgebühr ist erreicht, sie wird in Zukunft teurer werden“, argumentiert man laut „Wiener Zeitung“ bei den Wiener Netzen.

APA

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