Siemens Energy verfehlt wegen Gamesa Gewinnprognose

15. Juli 2021, München
Siemens Energy unter Vorgaben
 - Görlitz, APA/dpa-Zentralbild

Erneute Probleme mit der spanischen Windkraft-Tochter Siemens Gamesa durchkreuzen die Gewinnpläne von Siemens Energy. Weil der Windanlagenbauer auch im laufenden Geschäftsjahr 2020/21 (Ende September) operativ mit roten Zahlen rechnen muss, wird auch der Mutterkonzern sein Renditeziel nicht erreichen.

Die operative Umsatzrendite vor Sondereffekten werde 2020/21 wohl unterhalb der angepeilten Spanne von drei bis fünf Prozent liegen, räumte der Energietechnik-Konzern am Mittwoch ein. Der Umsatz soll aber wie geplant um drei bis acht Prozent zulegen; hier hatte Siemens Energy bereits vor drei Monaten Abstriche gemacht.

Siemens Gamesa plagen nach eigenen Angaben hohe Rohmaterial-Preise und Schwierigkeiten beim Hochlauf der neuen Generation von Windkraftanlagen an Land, 5.X. Vor allem in Brasilien sorge die Corona-Pandemie für Nachschub- und Ausführungsprobleme, die die Kosten nach oben trieben. Die Tochter von Siemens Energy musste deshalb die Erwartungen für die – bereits um Sondereffekte bereinigte – Umsatzrendite vor Steuern und Zinsen (Ebit) auf null bis minus ein Prozent senken. Bisher war Siemens Gamesa von einer positiven Ebit-Marge von drei bis fünf Prozent ausgegangen. Auf unrentable Projekte wie in Brasilien schreibt Siemens Gamesa 229 Millionen Euro ab. Im Jahr zuvor hatte die Siemens-Energy-Tochter mit einer Rendite von minus 2,5 Prozent ebenfalls rote Zahlen geschrieben.

Der Umsatz von Siemens Gamesa werde 2020/21 am unteren Ende der Prognosespanne von 10,2 bis 10,5 Milliarden Euro liegen, hieß es in der Mitteilung. Die Umsatzerwartungen hatte Siemens Gamesa schon vor drei Monaten nach unten korrigiert. Im dritten Quartal lag der Umsatz bei 2,7 Milliarden Euro, das bereinigte Ebit bei minus 150 Millionen Euro. Angesichts dieser Zahlen werde auch Siemens Energy die Erwartungen der Analysten im dritten Quartal nicht erfüllen, warnte die deutsche Mutter.

Dabei gilt Siemens Gamesa als großer Hoffnungsträger beim Umbau des Konzerns, der sein Geld bisher vor allem mit Turbinen für Gas- und Kohlekraftwerke verdient. Steigende Ordereingänge und staatliche Infrastrukturprogramme hatten Siemens Energy noch im Mai zuversichtlich für das Geschäft mit Erneuerbaren Energien gestimmt. Im angestammten Geschäft (Gas and Power) laufe alles nach Plan, teilte Siemens Energy mit. Dort werde der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr um zwei bis sechs Prozent wachsen, bei einer operativen Umsatzrendite von 3,5 bis 5,5 Prozent.

APA/ag

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