Vattenfall fährt Milliardengewinn ein

20. Juli 2021, Stockholm

Die Entschädigung für den vorzeitigen deutschen Atomausstieg und höhere Strompreise haben Vattenfall in der ersten Jahreshälfte einen Milliardengewinn beschert. Unter dem Strich stand bei dem schwedischen Energieriesen im Zeitraum Jänner bis Juni diesmal ein sattes Plus von 23,6 Milliarden Kronen (2,3 Mrd. Euro), wie der Konzern in Stockholm mitteilte.

Im Vorjahr hatte es vor allem wegen Wertminderungen des mittlerweile abgeschalteten Hamburger Steinkohlekraftwerks Moorburg noch einen Verlust von knapp 1,6 Mrd. Kronen gegeben. Auch das um Einmaleffekte bereinigte Ergebnis konnte Vattenfall steigern: Es lag bei 17,3 Mrd. Kronen und somit um rund 4,3 Mrd. höher als in der ersten Jahreshälfte 2020. Der Nettoumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1 Prozent auf 80,5 Mrd. Kronen.

Der deutsche Bundestag hatte den Weg für die milliardenschwere Entschädigung Mitte Juni freigemacht, die die Stromkonzerne als Ausgleich für den deutschen Atomausstieg erhalten. „Wir können endlich auch einige prioritäre Rechtsangelegenheiten hinter uns lassen und stattdessen mit Fokus auf unsere Kerngeschäfte und Kunden nach vorne schauen“, sagte Vattenfall-Chefin Anna Borg dazu. Das wirkt sich mit einer Summe in Höhe von 11,1 Mrd. Kronen auf das Vattenfall-Ergebnis für das zweite Quartal aus. Der am 1. Juli abgeschlossene Verkauf des Berliner Stromnetzes mit einem Kaufpreis von 2,1 Mrd. Euro wird erst ins dritte Quartal einfließen.

Die Atomentschädigung sei ein Aspekt, jedoch nur einer der Gründe hinter dem starken Halbjahresergebnis, sagte Borg der Deutschen Presse-Agentur. Hinzu kämen vor allem auch höhere Strompreise, da es in den ersten Monaten des Jahres ungewöhnlich kalt gewesen sei, ehe es im zweiten Quartal wenig Niederschlag in Skandinavien gegeben habe.

APA/dpa

Ähnliche Artikel weiterlesen

Ukraine-Krise: Bleibt die Heizung kalt?

28. Jänner 2022

Der gekündigte Kunde

28. Jänner 2022

Schweden will Atommüll-Endlager bauen

28. Jänner 2022, Berlin
Schwedens Umweltministerin Annika Strandhall
 - Stockholm, APA/TT News Agency

Energie im Dezember 24 Prozent teuerer als im Vorjahr

28. Jänner 2022, Wien
Gas verteuerte sich binnen Jahresfrist stark
 - Wien, APA (Themenbild)